SPIEL Sachen : Jack Blood jagt Dr. Hayir

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Letzte Woche wurden in London Details zum neuen James-Bond-Film vorgestellt. Die Dreharbeiten beginnen dieser Tage, auf den Kinostart von „Skyfall“ müssen die Agentenfreunde allerdings noch ein Jahr warten. Ein Grund mehr, ins Theater zu gehen: Die geschätzte Weddinger Kiezbühne Prime Time Theater (Müllerstraße 163), die mit ihrer schrägen Stadtbezirkssoap „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ zu Recht Kultstatus erreicht hat, springt in die vorweihnachtliche Bond- Lücke und schickt mit Jack Blood ihren eigenen Spion an den Start. Agent 0065 – Auf der Jagd nach Dr. Hayir heißt der Spaß, der die Bond-Filme der sechziger und siebziger Jahre durch den Kakao zieht (11., 12., 14. und 17.11., 20.15 Uhr sowie 13.11., 16.30 und 20.15 Uhr).

Gut, statt in London, Schanghai und Istanbul wird sich 0065 eher vor der Weddinger Haustür herumdrücken. Aber wer die Prime-Time-Methode kennt, aus abgedrehten Klischees maximalen Witz zu ziehen, dürfte am Unterhaltungswert dieses „Bond-Specials“ nicht zweifeln: Jack Blood arbeitet für die Queen of Wedding und muss den entführten Wissenschaftler Dr. Peeling befreien und dessen geheimnisvolle Erfindung wiederbeschaffen. Es gilt, mit allen erdenklichen Mitteln Dr. Hayirs Handlanger zu überwinden. Tatkräftige Unterstützung findet Jack nicht nur bei seiner Sekretärin Miss Ponymany, sondern vor allem bei dem türkischen Tüftler Ü, der das erste Mobiltelefon erfindet.

Hätte solch ein pfiffiger Mitarbeiterstab bereits den herzensguten Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot aus der guten alten Grimm-Märchenzeit zur Verfügung gestanden, wäre es wahrscheinlich auch ihnen schon eher geglückt, den undankbaren Giftzwerg zu überführen. Allerdings gäbe es dann natürlich auch nicht Wolf Bunges Inszenierung im Theater an der Parkaue (13.11., 16 Uhr; 14. und 23.11., 10 Uhr). Es ist übrigens der 500. Produktion seit Gründung des Hauses. Erzählt wird die alte Story als großes Abenteuer mit vielen Verwandlungen – für Brüder-Grimm-Fans ab fünf und alle anderen, die in der beginnenden Vorweihnachtszeit neben schönem Bond-Trash auch noch eine Dosis echtes Märchen brauchen.

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