SPIEL Sachen : Sommer, Nacht & Träume

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Auch, wenn es wettermäßig noch nicht ganz danach aussieht: Die festen Häuser trudeln langsam der Spielzeitpause entgegen; die Open-Air-Theatersaison beginnt. Und wie immer kennt der Sommer einen Starautor: den großen William Shakespeare.

Besonders legt sich hier natürlich die Shakespeare Company Berlin ins Zeug, die ihre Bühne im Naturpark Schöneberger Südgelände (Prellerweg 35) aufgebaut hat. Mit Shakespeares Alterswerk „Der Sturm“ (heute, Donnerstag, 20 Uhr) mischt die Truppe diesmal durchaus Philosophisches ins übliche Sommer-Komödien-Amüsement – auch, wenn es ihr angesichts des belesenen Prospero und seiner magischen Kräfte vor allem um „das Spiel mit der Illusion und den Zauber der Kulisse“ geht.

Dafür steht ab dem Monatsende mit der „Zähmung der Widerspenstigen“ (27.-29. Juni, 20 Uhr und 30. Juni, 19/21.30 Uhr) wieder eine Art Evergreen des Sommertheaters auf dem Programm: Regisseur Tom Ryser deutet die Komödie um die toughe Katharina, die sich für Männer keinem Komplettveränderungsprogramm unterziehen mag, erklärtermaßen als „modernes Beziehungsmodell“: Hier will keiner für den anderen „seine Freiheit aufgeben“, geschweige denn seine „Persönlichkeit verstecken“.

Auch im Hexenkessel Hoftheater steht dieses Jahr natürlich wieder der gute alte William Shakespeare auf dem Programm. Regisseur Jan Zimmermann knöpft sich im Amphitheater im Monbijoupark die Verwechslungskomödie „Was ihr wollt“ vor (ab 21. Juni immer Di bis Sa, 21.30 Uhr). Auch aus diesem Stoff lässt sich neben dem üblichen Humorkapital – unter anderem blamieren sich eitle Haushofmeister, während andere Dramenfiguren das Publikum qua Dauertrunkenheit erfreuen – auch ein bisschen modernes Gender-Potenzial schlagen: Verwechselt wird hier ja bekanntermaßen munter über die Geschlechtergrenzen hinweg.

Vor Shakespeare hat das Hexenkessel Hoftheater allerdings – rein zeitlich, versteht sich – Voltaire gesetzt und spottet mit „Candide“ (heute und morgen, 19.30 Uhr) nicht nur über den blasierten Adel, sondern über naive Visionen vom sorglosen Leben generell. Umso besser, dass man dabei selbst sehr lauschig unter Bäumen sitzt!

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