Kultur : SPIONAGEFILM

Enttarnt

Martin Schwickert

Über zwei Jahrzehnte belieferte Robert Hanssen die Sowjetunion mit geheimen Informationen aus der FBI-Zentrale. Dies gilt als einer der verheerendsten Spionagefälle der US-Geschichte. „Enttarnt“ zeichnet nun ein gezielt unglamouröses Porträt des Meisterspions, der zu den Hauptverantwortlichen im Bereich der Spionageabwehr zählte. Ähnlich wie De Niros „Der gute Hirte“ lenkt „Enttarnt“ den Blick auf die charakterlichen Verwüstungen, die der Beruf des Geheimagenten mit sich bringt. Aber Regisseur Billy Ray setzt sein Geheimdienst-Porträt als dichtes und unspekulatives Kammerspiel in Szene. In dem hierarchisch strukturierten Großbetrieb des FBI erlangte Hanssen nie die Anerkennung, die er für seine Dienste erwartete. Die Wandlung vom Patriot zum Landesverräter ist für ihn ein Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit. Präzises Kammerspiel. Martin Schwickert

„Enttarnt“, USA 2006, 110 Min., R: Billy Ray, D: Chris

Cooper, Ryan Phillippe

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