St. Vincent, King Krule, Kettcar : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Maurice & Die Familie Summen, St. Vincent, King Krule und Kettcar.

Der weiße Sly Stone von der Spree. Maurice und die Familie Summen.
Der weiße Sly Stone von der Spree. Maurice und die Familie Summen.Foto: Gabriele Summen / Staatsakt

Maurice & Die Familie Summen: Bmerica (Staatsakt)

Der Name der Band macht gleich klar: Summen wildert musikalisch im Revier der großen Funk-Bands der 70er, und die Familie setzt das in einen Beat um, der an die besten Talking Heads erinnert. Das ist die Musik seiner Kindheit. Und diese, teilweise noch prä-digital, stellt Summen in brillanten Texten gegen unsere Gegenwart: „Gebt mir meine Zeit zurück.“ Kein Nostalgietrip, sondern brisant aktuell. Andreas Müller, Moderator

St. Vincent: Masseduction (Caroline)

Die Texanerin Annie Clark veröffentlichte ihr erstes Werk unter dem Namen St. Vincent vor zehn Jahren. Ihre Popstar-Qualitäten konnte man lange nur erahnen. Auf dem mit dem Taylor-Swift- und Lorde-Produzenten Jack Antonoff und Gaststars wie dem Saxofonisten Kendrick Lamar aufgenommenen Werk wird es nun ziemlich offensichtlich. State-of-the-art-Pop mit Kunstanspruch. Maik Brüggemeyer, Rolling Stone

King Krule: The Ooz (XL)

Musik und Text wachsen aus Archy Marshall heraus wie Haare aus dem Körper. Er muss sie nur in Form bringen, inspiriert von Jazz, Post Punk, Hip-Hop und den Spoken Words von Gil Scott-Heron. Krule ist weniger wütend als beim Debüt, dafür selbstmitleidiger. Damals war er 19 und schon viel zu klug. Desillusionierung kennt keine Grenzen. Er friert, denn alles und jeder ist kalt. Eine Stadt voller Zombies. Claudia Gerth, Radio Eins

Kettcar: Ich vs Wir (GHvC)

Band nicht aus der Hamburger Schule, sondern Uni, okayer, gefühliger Poprock, dazu Geschichten über Ichs in der Wagenburg, Wirs auf der Lauer, Punker, die 1989 Zäune in Ungarn aufschneiden. Früher „Halts Maul, Deutschland“, heute Merkel-Pop. Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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