Staatliche Museen Berlin : Hand in Hand

Udo Kittelmann spricht mit dem Tagesspiegel darüber, wie er die Nationalgalerie leiten will.

Kittelmann
Udo Kittelmann -Foto: dpa

Herr Kittelmann, was hat Sie bewogen, sich nach Berlin zu bewerben? Eigentlich hatten Sie doch eine Verlängerung Ihres Vertrags in Frankfurt bis 2011.

Ein solches Angebot bekommt man nur ein Mal und dann nicht wieder. Für mich ist es eine großartige Herausforderung, in Berlin mitzugestalten, was in Zukunft hier entsteht. Mir ist wichtig, der Neuen Nationalgalerie eine Identität zu geben, zugleich aber ihren fünf einzelnen Häusern Unverwechselbarkeit zu erhalten.

Sie sind eher als Mann der Gegenwartskunst bekannt, künftig aber auch verantwortlich für ein Haus des 19. Jahrhunderts, die Alte Nationalgalerie. Sie bekommen 150 Jahre Kunstgeschichte hinzu.

Ich freue mich gerade auf diese besondere Konstellation. Mein Verständnis der zeitgenössischen Kunst wächst aus meinem Wissen über das gesamte 20. Jahrhundert, insbesondere der klassischen Moderne. Ich mache mir da nichts vor: Man kann nicht alles wissen und alles können. In dem Leiter der Alten Nationalgalerie, Bernhard Maaz, werde ich einen sehr ausgewiesenen Fachmann an meiner Seite haben. Solche großen Aufgaben lassen sich nur partnerschaftlich lösen.

Sie sind bekannt als jemand, der klug mit Privatsammlern umzugehen weiß. Hier werden Sie mit Erich Marx und Friedrich Christian Flick zu tun haben. War Ihre geschickte Hand bei der Akquise von Privatsammlungen womöglich auch ein Grund für Ihre Berufung?

Das mag sein. Ich hatte immer schon ein gutes Verhältnis zu Sammlern.

Wie sehen Sie das Verhältnis der Privatsammler zu den Museen heute?

Das hat sich nie gewandelt. Vielleicht ist das manchmal etwas falsch herübergekommen wie etwa durch einen Vorfall in Frankfurt, wo vor fünf Jahren die Sammlung Bock überraschend abgezogen wurde. Aber wenn man offen miteinander umgeht und klare Absprachen trifft, dann gibt es keinen Grund für Berührungsängste. Im Gegenteil.

Mit einem Schlag hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine neue Spitze bekommen. Wie sehen Sie sich in diesem Team?

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Hermann Parzinger und Michael Eissenhauer. Konstellationen verschiedener Persönlichkeiten, die sich in ihrem Temperament sinnvoll ergänzen, erscheinen mir besonders erfolgversprechend.

Das Gespräch führte Nicola Kuhn.


ZUR PERSON:

Udo Kittelmann (49) war Chef des Kölner Kunstvereins, leitet Frankfurts Museum für Moderne Kunst und gewann 2001

für den deutschen

Pavillon in Venedig den Goldenen Löwen.

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