Staatsballett : Zeitenende

Jahrespressekonferenz mit Vladimir Malakhov. Wie das Staatsballett Berlin seine Zukunft plant und seine Jubiläumsspielzeit 2013/14..

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Vladimir Malakhov (r), Intendant des Staatsballetts Berlin, sitzt am 13.03 bei der Jahrespressekonferenz des Staatsballetts, neben ihm spricht Christiane Theobald, stellvertretende Intendantin. Malalkhov geht nächstes Jahr, sein Nachfolger wird Nacho Duato.
Vladimir Malakhov (r), Intendant des Staatsballetts Berlin, sitzt am 13.03 bei der Jahrespressekonferenz des Staatsballetts, neben...Foto: dpa

Eigentlich will das Berliner Staatsballett seine Jubiläumsspielzeit vorstellen, doch es fühlt sich eher nach Katerstimmung an. Bei der Präsentation der kommenden Saison, der letzten von Intendant Vladimir Malakhov, überwiegen die bitteren Töne – obwohl das Ensemble endlich wieder vier neue Produktionen erarbeiten wird. Malakhov lässt keinen Zweifel daran, dass er das Staatsballett gerne weitergeführt hätte, auch zehn weitere Jahre lang. Nun feiert man 2013/14 vor allem Abschied, bei dem nicht jeder erwünscht ist. Der tanzende Intendant zeigt sich schwer verletzt vom Abgang seines einstigen Stars Polina Semionova und will sie nicht zur letzten Ausgabe von „Malakhov & Friends“ bitten. Vielleicht schafft es ja Sasha Waltz, ein versöhnendes Solo für ihn zu kreieren.

Dass andererseits Waltz Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ mit der eigenen Compagnie und Barenboim an der Staatsoper herausbringt, verunsichert das Staatsballett. Ja, es gebe Verbesserungspotenzial im Zusammenspiel von Ballett und Staatskapelle, räumt Georg Vierthaler ein. Da hat der geschäftsführende Direktor des Staatsballetts, der künftig auch als Generaldirektor der Opernstiftung fungiert, ein Stück Arbeit vor sich.

Was Nacho Duato, der neue Ballett- Chef, ab 2014 bringen wird, darüber weiß niemand etwas. Und selbst wenn, so bleibt es ungesagt. Keiner will den sichtlich um Fassung ringenden Malakhov weiter düpieren, der die ersten zehn Jahre des Staatsballetts nicht immer ohne Schlingern und zuletzt mit nachlassender Fortune geprägt hat. Zum Finale wird’s noch mal üppig. „Der Nussknacker“ kommt in einer Rekonstruktion der Originalchoreografie an der Deutschen Oper heraus (Premiere 23.10.), Angelin Preljocaj erschafft mit „The Nights“ einen imaginären Orient nach „1001 Nacht“, der Modeschöpfer Azzedine Alaia entwirft dazu die Kostüme (1.2. 2014, Deutsche Oper).

Vom American Ballet Theatre kommt ein Doppelabend von Alexei Ratmansky und Stanton Welch an die Staatsoper. Zum Gluck-Jahr choreografiert Giorgio Madia dessen Ballett-Pantomine „Don Juan“. Dazu erklingt das Orchester der Komischen Oper vom Band. Malakhov wird sich als Tänzer mit „Caravaggio“ und „Tschaikowsky“ am 13./14. Juni 2014 vom Berliner Publikum verabschieden. Seine Wohnung in der Stadt wird er behalten, trotz allem. Ulrich Amling

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