Kultur : Staatskapelle: Stölzl intrigiert gegen Daniel Barenboim

Die Staatskapelle an der Lindenoper hat der Berliner Kulturverwaltung Intrigen gegen den künstlerischen Leiter der Staatsoper, Daniel Barenboim, vorgeworfen. Kultursenator Christoph Stölzl plane eine Fusion der Berliner Opernhäuser, um Personal zu entlassen. "Offensichtlich passt Herr Barenboim nicht so richtig in den Plan", sagte Orchestervorstand Matthias Glander am Dienstag im Info-Radio. "Im Moment riecht alles nach einer klassischen Intrige wie am Hofe Ludwigs XIV. Da ist jemand, der im Wege steht, der muss aus dem Weg geräumt werden", damit reiner Tisch gemacht werden könne, betonte Glander. Er widersprach Äußerungen von Stölzl, wonach Barenboim mit seinem Weggang gedroht habe. "Barenboim hat lediglich gesagt, dass er nicht mehr die künstlerisch-administrative Leitung der Staatsoper, sondern nur noch die musikalische Leitung übernehmen will". Barenboim habe der Staatskapelle seit 1996 jedes Jahr 2,5 Millionen Mark eingespart und fordere nun für das Orchester 3,5 Millionen Mark. Diese Forderung sei nicht überzogen, so Glander. Stölzl hatte nach einem Gespräch mit Barenboim in Chicago erklärt, dass sich der Dirigent "eindeutig dagegen entschieden" habe, nach 2002 die Rolle des "künstlerischen Leiters" auszuüben.

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