Stahlbildhauer : Alf Lechner im Alter von 91 Jahren gestorben

Er galt als einer der bedeutendsten deutschen Stahlbildhauer, sein Werk war vielfach ausgezeichnet. Alf Lechner ist im Alter von 91 Jahren im bayerischen Dollnstein gestorben.

Der Künstler Alf Lechner
Der Künstler Alf LechnerFoto: dpa

Der Stahlbildhauer Alf Lechner ist tot. Der Künstler sei am Samstag im Alter von 91 Jahren in Dollnstein gestorben, teilte die Stadt Ingolstadt am Montag mit. Mit ihm verliere Ingolstadt eine „herausragende Künstlerpersönlichkeit“, hieß es in der Mitteilung. Die Skulpturen des vielfach ausgezeichneten Bildhauers zieren unter anderem das Münchner Maximilianeum, die Alte Pinakothek und den Flughafen in München. Die Trauerfeier für Lechner soll am Sonntag im Lechner Museum in Ingolstadt stattfinden.

Als einen der bedeutendsten deutschen Stahlbildhauer würdigte Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt, den Künstler. „Dem tonnenschweren Stahl hat er alles nur Denkbare abgerungen und immer wieder die Grenzen des Machbaren überwunden.“ Lechner habe eine „einzigartige, in sich stimmige Formen- und Materialsprache hinterlassen“.

Gelernter Schlosser, dann Industriedesigner

„Mein ganzes Lebensziel ist die Einfachheit. In der Einfachheit steckt so viel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann“, sagte der Künstler einmal. Am 17. April 1925 war Lechner in München auf die Welt gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdiente der gelernte Schlosser seinen Lebensunterhalt zunächst als Industriedesigner. Seine ersten abstrakten Stahlskulpturen fertigte er quasi im Nebenberuf.

Erst als er genügend Geld verdient hatte, wagte Lechner den Sprung in die freie Künstlerexistenz. Seine erste Ausstellung hatte er 1968. Von 1970 an folgten großformatige Skulpturen, welche zunehmend an öffentlichen Orten auch in Deutschland zu sehen waren. Lechners künstlerisches Motto war: „Was keinen Widerstand bietet, interessiert mich nicht.“ (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar