Kultur : Stammzellenforschung: Die Nein-Sager

Ethisch nicht vertretbar" sei der Im-port von Stammzellen, deshalb müsse ihn die Bundesregierung verhindern, fordert der Antrag des fraktions-übergreifenden "Bündnis für Menschenwürde", in dem sich unter anderem Wolfgang Wodarg (SPD), Ilja Seifert (PDS), Monika Knoche (Grüne) und als einziger Unions-Vertreter CSU-Mann Gerhard Scheu zusammengeschlossen haben. Ihr Antrag konkurriert aber mit dem fast gleichlautenden Entwurf des CDU-Politikers Hermann Kues. Er verweist darauf, dass der Schutz der Menschenwürde, egal in welchem Stadium der Entwicklung sich der Mensch befinde, "oberste Verpflichtung allen staatlichen Handelns" sei. An ihr müssten die "Grenzen des wissenschaftlich Möglichen" gemessen werden. Kues und der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der Fraktion, Jochen Borchert, wollen möglichst viele Mitglieder ihrer Fraktion für den Antrag gewinnen. 40 bis 50 könnten dies sein, schätzen Insider. Einigen der Nein-Sager geht es neben der Sache auch um Politisch-Ideologisches. So weigern sich die Importfeinde aus der Union, den Antrag des "Bündnis für Menschenwürde" zu stützen, obwohl darin genau ihre Forderungen auftauchen. Der Grund: Zu den Initiatoren gehört PDS-Politiker Seifert, dem eine Stasi-Vergangenheit nachgesagt wird. Es sei daher paradox, gerade mit jemandem wie Seifert und den meisten seiner Genossen ein "Bündnis für Menschenwürde" einzugehen, sagen die Unionisten und beharren daher auf ihren Antrag. Seifert hingegen ist gesprächsbereit: "Wir wollen konkurrierende Anträge, die sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen, in jedem Fall verhindern." Er habe keine Probleme, am Ende dem CDU-Antrag zuzustimmen, betont Seifert, ärgert sich aber, dass sich die Unions-Abgeordneten "so fraktionskonform" verhalten. Dabei gehe es doch um die Sache. Und die ist für alle Import-Gegner eine klare Weichenstellung: Wenn man den Import zulasse, sei die logische Folge, dass bald auch in Deutschland Embryonen getötet werden, um Stammzellen zu gewinnen.

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