Kultur : Star-Schnitt

Pippis Weihnachtsgeschichte fand sich – auf der Rückseite

Sven Lemkemeyer

Mehr als 50 Jahre lag sie vergessen in den Archiven. Am vergangenen Dienstag tauchte sie pünktlich zur Adventszeit wieder auf – und sorgte für so viel Wirbel wie sonst nur die kleine Heldin, um die es eigentlich geht: Astrid Lindgrens Geschichte „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“.

„Es kamen Anfragen aus ganz Europa und sogar aus den den USA“, sagte Lena Törnqvist dem Tagesspiegel. Sie hatte die Geschichte in der Königlichen Bibliothek in Stockholm entdeckt, als sie für eine Ausstellung nach Pippi-Illustrationen suchte. Lena Törnqvist beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit den Werken Lindgrens. „Ich wusste sofort, dass ich die Geschichte noch nie gesehen hatte.“ Ihre Recherchen ergaben, dass die Erzählung über die kleine große Heldin aus der Villa Kunterbunt auch der Familie von Astrid Lindgren bisher unbekannt war.

Erschienen ist Pippis Auftritt als Weihnachtsmann erstmals 1949 in der Kinderzeitung „Julbocken“, die zwischen 1907 und 1955 jeweils zum 24. Dezember publiziert wurde. „Die Geschichte stand aber nicht in der Zeitung selbst, sondern in einer Beilage aus Pappe. Da auf der anderen Seite eine Pippi-Figur zum Ausschneiden abgedruckt war, sind die meisten Exemplare wohl der Schere zum Opfer gefallen.“ So die Erklärung von Lena Törnqvist, die auch Sekretärin der im Mai gegründeten Astrid-Lindgren-Gesellschaft ist. Sie habe bislang jedenfalls noch nichts von Exemplaren gehört, die sich in Privatbesitz befinden.

Dass noch weitere Pippi-Geschichten der im Januar mit 94 Jahren verstorbenen Autorin auftauchen, hält Törnqvist für unwahrscheinlich. „Ich jedenfalls werde wohl keine mehr finden. So ein Glück hat man nur ein Mal im Leben!“, sagt die strahlende Entdeckerin. Für sie zählt die Geschichte zwar nicht zu den absolut besten Pippi-Stories, „aber sie hat allemal Lindgren-Format.“ Und alle, die Pippi lieben, können sich freuen.

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