Kultur : Status Quo

Diese Woche auf Platz 57 mit: „The Party Ain’t Over Yet“

Ralph Geisenhanslüke

Unter einem „Riff“ versteht man entweder a) eine kammartige Klippenreihe im Meer. Oder b) in der Musik eine sich wiederholende prägnante Phrase. Zur Unterscheidung heißt a) „das Riff“ und b) „der Riff“, vermutlich, weil das Wort als Kurzform von „Refrain“ entstand. Die Songs von Status Quo bestehen praktisch nur aus Riffs. Aber um der, die, das haben sie sich nie geschert.

Die CD ist rund. Und der nächste Gig ist immer der schwerste. Mit diesem Ethos haben sie 40 Jahre Dienst an der Klampfe skandalfrei abgerissen. Die beiden verbliebenen Markeninhaber Francis Rossi (56) und Rick Parfitt (57) fühlen sich noch immer dem Titel ihres ersten Erfolgsalbums verpflichtet: „Piledriver“, zu Deutsch: „Dampframme“. Durch jahrzehntelange Wiederholung haben sie den klassischen Quo-Schwoof tief in unser kollektives Gedächtnis gebohrt. „And I like it, I like it, I lalalike it“ – diesen Refrain können zwei Drittel der Menschheit im Schlaf lallen.

Um 38 Plätze ist ihr Album in der zweiten Woche gefallen. Doch die Rock’n’Roll-Malocher finden: „Die Party ist noch nicht vorbei“. Über 110 Millionen Platten haben sie verkauft, insgesamt siebeneinhalb Jahre in den britischen Charts und 23 Jahre auf Tournee. Das klingt, als bekämen sie bald die Goldene Uhr für Betriebstreue verliehen. Verdient wäre sie. Und zum Goldkettchen passt sie auch.

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