Kultur : Sternstunden

Nach dem Boom-Jahr: 2007 geht es in der Welt der Kunst nicht nur um Geld

Katrin Wittneven

Es war ein Kunstmarktjahr der Superlative. Auktionsrekorde gab es von Brueghel bis Kirchner, von Hopper und Lichtenstein bis in die Gegenwart zu Andreas Gursky und Neo Rauch. Mehr und mehr entwickelt sich der Kunstmarkt an seinen Spitzen zur Spielwiese der Superreichen. Nicht nur bei Auktionen: Öffentlich wurden die 135 Millionen Dollar, die Ronald S. Lauder für Gustav Klimts Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“ zahlte; weder dementiert noch bestätigt blieb der von Sotheby’s eingefädelte privat deal , bei dem das Dripping Painting No. 5 von Jackson Pollock mit 140 Millionen Dollar zum teuersten Bild der Welt wurde. Ein anderer Superdeal scheiterte angeblich, weil Steve Wynn bei den Verhandlungen aus Versehen seinen Ellbogen in den Picasso rammte. . . Doch wer weiß es schon genau, welche Summen inzwischen im Verborgenen für Meisterwerke bezahlt werden? Anders als in den achtziger Jahren, wo die Kunst zum Spekulationsobjekt von Banken und Unternehmen wurde, landet sie heute vor allem bei privaten Sammlern und damit nicht selten hinter verschlossenen Türen. Der Höhepunkt sei noch nicht erreicht, sagt Sotheby’s-Auktionator Tobias Meyer. Und trotzdem sehnt man sich klammheimlich ein ganz anderes großes Kunstjahr 2007 herbei und hofft, auf der Documenta in Kassel, der Biennale in Venedig und dem Skulpturenprojekt in Münster möge es wieder mehr um die Inhalte der Kunst gehen – und nicht nur um ihre Preise.

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