Kultur : Steven Spielberg verfilmt das Geiseldrama von München 1972

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Steven Spielberg will einen Film über die Olympischen Spiele von 1972 drehen, bei denen palästinensische Extremisten in München ein Attentat auf die israelische Mannschaft verübten. Nach Angaben des USBranchenblatts „Variety“ hat der Regisseur Ben Kingsley für eine Hauptrolle gewonnen. Bereits im Juni sollen die Dreharbeiten beginnen.

Das Attentat hatte die „heiteren“ Sommerspiele in München überschattet. Am 5. September 1972 begann im Olympischen Dorf ein 18-stündiges Geiseldrama, nachdem acht palästinensische Terroristen der Organisation „Schwarzer September“ das Quartier der israelischen Mannschaft überfallen hatten. Sie forderten die Freilassung von 200 in Israel inhaftierten Arabern. Zwei israelische Sportler wurden erschossen, neun weitere als Geiseln genommen. Nach stundenlangen Verhandlungen wurden die Terroristen mit ihren Geiseln zum nahe gelegenen Flugplatz Fürstenfeldbruck gebracht. Bei der anschließenden Befreiungsaktion kam es zur Tragödie: Alle neun Geiseln und ein deutscher Polizist starben im Kugelhagel. Auch fünf Terroristen kamen ums Leben. Die anderen drei wurden festgenommen. Dem anschließenden Wunsch, das Sportfest abzubrechen, trat IOC-Präsident Avery Brundage mit der Parole entgegen: „The games must go on“ – die Spiele müssen fortgesetzt werden.

Das Blutbad von München wurde 1999 in dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm „Ein Tag im September“ dargestellt. dpa

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