Kultur : Stichwort

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Frankfurt/Main (22.06.2005, 11:16 Uhr) - Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland. Mit dem Preis soll eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt werden, die vor allem auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Verliehen wird die Auszeichnung jedes Jahr zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Dachverband der deutschen Buchbranche. Das Preisgeld wurde in diesem Jahr von 15 000 auf 25 000 Euro aufgestockt.

Ort der Preisübergabe ist die Frankfurter Paulskirche. Dort tagte 1848 die Frankfurter Nationalversammlung, die für die demokratische Entwicklung Deutschlands von historischer Bedeutung war. Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins und Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen. Vorschläge für den Preisträger kann jedermann machen.

Um die Preisträger hat es wiederholt Auseinandersetzungen gegeben. So war 1995 das Votum für die Orientalistin Annemarie Schimmel umstritten, der Kritiker mangelnde Distanz zu fundamentalistischen Positionen des Islams vorwarfen. Eine Kontroverse löste der Schriftsteller Günter Grass 1997 aus, als er in seiner Laudatio auf den türkischen Preisträger Yasar Kemal die Kurdenpolitik der Bundesrepublik kritisierte. 1998 entbrannte nach der Rede des Preisträgers Martin Walser eine monatelange Diskussion über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit. (tso)

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