Stiftung Preußischer Kulturbesitz : "Inbegriff der Kulturnation Deutschland"

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz überschlagen sich die Redner mit Lob: Von einer nationalen Erfolgsgeschichte und einer einzigartigen kulturellen Institution sprechen Bundespräsident Köhler und Bernd Neumann.

Nadine Emmerich[ddp]

BerlinDie Stiftung Preußischer Kulturbesitz feiert ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt . Bundespräsident Horst Köhler würdigte vor zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland die Stiftung als "einzigartig". Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nannte sie einen "besonders kostbaren Schatz unserer Kulturlandschaft". Den Festvortrag "Preußen als Kulturstaat" hielt Wolfgang Neugebauer von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Köhler sagte, die Stiftung bewahre das kulturelle Erbe eines Staates, der die deutsche und europäische Geschichte der vergangenen Jahre maßgeblich geprägt habe. Unter ihrem Dach seien Museen, Archive, Bibliotheken und Forschungsinstitute vereint, so dass die Stiftung die Interdisziplinarität "so hervorragend wie kaum eine andere Einrichtung" verkörpere.

Neumann: Nationale Erfolgsgeschichte

Seit 50 Jahren zeige die Stiftung mit großem Ideenreichtum und Engagement, dass man Kultur nicht besitzen könne, sondern sie immer neu erschließen und zugänglich machen müsse. 1990 habe sie vor ihrer bis dahin größten und schwierigsten Aufgabe gestanden: der Zusammenführung der getrennten Sammlungen aus beiden Teilen Berlins.

Köhler hob auch die aktuellen großen Projekte der Stiftung hervor: Dies seien die Vollendung der Museumsinsel, der Wiederaufbau des Stadtschlosses und die Errichtung des Humboldt-Forums.

Neumann: "Was als Experiment für die junge Bundesrepublik begann, entwickelte sich zu einer nationalen Erfolgsgeschichte". Die Stiftung sei heute "ein Paradebeispiel für die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern". Sie gelte international als "Inbegriff für die Kulturnation Deutschland".

Stiftung in "Nationalstiftung Preußischer Kulturbesitz" umbenennen?

Der CDU-Kulturexperte Wolfgang Börnsen sagte, die deutsche Kulturlandschaft sei ohne die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nicht denkbar. Seit 50 Jahren nehme sie eine große Verantwortung in der Bewahrung, Pflege und Vermittlung international bekannter Sammlungen wahr, ebenso wie in der wissenschaftlichen Forschung.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, nannte die Stiftung "ein positives Beispiel für gelungenen kooperativen Kulturföderalismus". Er begrüße daher den Vorschlag von Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann, die Stiftung in "Nationalstiftung Preußischer Kulturbesitz" umzubenennen.

Weltweit größte Kultureinrichtung

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zählt weltweit zu den größten Kultureinrichtungen. In ihr sind die 16 Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung zusammengeschlossen. Am 25. Juli 1957 wurde das Gesetz über ihre Errichtung beschlossen.

2008 gibt der bisherige Präsident Lehmann sein Amt auf. Sein Nachfolger wird Hermann Parzinger, der derzeit noch Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) ist.

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