Stiftung Preußischer Kulturbesitz : Neue Direktoren für neue Herausforderungen

Michael Eissenhauer und Udo Kittelmann sind einstimmig zu neuen Museumsdirektoren gewählt worden. Die Erwartungen an die beiden Neuen sind groß.

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Zwei Neue. Udo Kittelmann (links) und Michael Eissenhauer sind neue Museumsdirektoren der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. -Foto: dpa

BerlinJetzt ist es offiziell: Mit einem einstimmigen Votum sind der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Michael Eissenhauer, und der Leiter des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, Udo Kittelmann, zu Museumsdirektoren der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gewählt worden. Sie ist mit 17 Museen und Bibliotheken die größte deutsche Kultureinrichtung und wird vom Bund und den Ländern getragen, wobei der Bund den Löwenanteil trägt.

Der 1956 in Stuttgart geborene Kasseler Museumsdirektor Eissenhauer wird neuer Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. Er übernimmt am 1. November 2008 das Amt von Peter-Klaus Schuster, der im Oktober 65 Jahre alt wird und bisher auch Direktor der Nationalgalerie war. Auf diesem Posten folgt ihm der 49-jährige Kittelmann, bisher Leiter des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main (MMK), dessen Vertrag erst vor zwei Jahren bis 2011 verlängert worden war.

Entsprechende Vorschläge für die Neubesetzung der zwei wichtigen Führungsposten in Berlin hatte am vergangenen Freitag eine Findungskommission gemacht. Den Vorschlägen folgte der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter dem Vorsitz von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit einem einstimmigen Votum.

Berlin als Standort für zeitgenössische Kunst aufgewertet

Neumann sprach von einer "erstklassigen Wahl", die die richtigen Weichen für die Zukunft stelle. Zusammen mit dem designierten  Stiftungspräsidenten Hermann Parzinger sei die größte deutsche Kulturinstitution mit Eissenhauer und Kittelmann "personell hervorragend aufgestellt" und für die neuen Herausforderungen "bestens gerüstet". Damit könne "problemlos an die ausgezeichnete Arbeit der Stiftung unter dem bisherigen Präsidenten Klaus-Dieter Lehmann und dem Generaldirektor Peter-Klaus Schuster  angeschlossen werden".

Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte als Mitglied der Findungskommission, er sehe darin "ein Signal für stärkere Kooperation und internationale Vernetzung der Berliner Museumslandschaft". Gleichzeitig bedeute die Berufung auch eine "deutliche Aufwertung Berlins als Zentrum für zeitgenössische Kunst".

Der 49-jährige Düsseldorfer Udo Kittelmann war 2001 Kommissar des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig, der von  Gregor Schneider gestaltet und als bester nationaler Beitrag mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Schon ein Jahr später wurde Kittelmann Nachfolger von Jean-Christophe Ammann Leiter des Museums für Moderne Kunst Frankfurt (MMK), wo er bald mit ambitionierten Projekten die Fachwelt auf sich aufmerksam machte. Der Frankfurter Magistrat hatte erst im Januar 2006 Kittelmanns Vertrag bis 2011 verlängert.

Zu den Herausforderungen Eissenhauers und seiner Kollegen gehört der weitere, vom Bund finanzierte milliardenschwere Ausbau  der Museumsinsel. 2009 ist der Wiederaufbau des Neuen Museums von Architekt David Chipperfield beendet, das dann wieder die Ägyptische Sammlung mit der Büste der Königin Nofretete aufnehmen soll. Danach folgen die Renovierung des Pergamonmuseums und der ambitionierte Schloss-Neubau als Humboldt-Forum auf dem Berliner Schlossplatz. Er soll vor allem die außereuropäischen Sammlungen der Museen Dahlem aufnehmen, Baubeginn des vom Bundestag beschlossenen 550-Millionen-Euro-Projekts ist schon für 2010 geplant. (ctr/dpa)

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