Kultur : Stirbt jung

MICHAEL SCHINDHELM

Junges Theater?

(Die mikrowellenartige Verbreitung von Euphorie: Hybris und Leichtigkeit, Blendung des unbeschriebenen Blattes, Perspektive aus der Video-Kanalisation unter die Röcke der Hochkultur, hot und flott, flau und wow, Rave und Ravenhill, DJ and away, viel Profil-Stil; Denn sie wissen genau, was sie tun; Unordnung und früher Triumph, leises Servus zu 68, neue Verständlichkeit, Love-Parodie, die ganz Jungen und die ganz Alten.Bachmann und Düggelin, Sarah Kane und George Tabori.)

Aber: Wen die Medien lieben, der stirbt meistens jung.Pop-Kultur ist der An-und Verkauf von Jugend.Hat Junges Theater dazu eine Alternative? Wie lange kann es die Subversion halten?

"Die Jungen, die nichts zu verlieren haben, sind der Angriff - sie sind in der Tat das Abenteuer.Die Jugend soll nicht länger als Ware dienen, bloß um zum Konsumenten ihres eigenen Elans zu werden." (Isidore Isou) Gibt es ein Junges Theater, das nichts zu verlieren hat?

Michael Schindhelm ist künstlerischer Direktor des Stadttheaters Basel.Die Frage stellten die Berliner Festspiele mit Blick auf die Festwochen, die am 1.September beginnen.Der Tagesspiegel druckt einen Teil der Antworten.Nächste Folge: Peter Raue

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben