Kultur : Stoibers Kandidatur: Applaus für den Herrgott

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Edmund Stoiber, geboren am 28. September 1941, bezeichnete seine Beziehung zu Franz Josef Strauß einmal als "gute persönliche Bekanntschaft" mit "nahtloser politischer Übereinstimmung".

Zunächst engagiert sich der Jurist Stoiber in der Jungen Union, 1974 wird er erstmals in den bayerischen Landtag gewählt. Spätestens nach der Wahl von Strauß zum Ministerpräsidenten Bayerns 1978 gilt Stoiber auch öffentlich als dessen rechte Hand und wird CSU-Generalsekretär. 1982 übernimmt er die Leitung der Bayerischen Staatskanzlei. Nach dem Tod von Strauß wird Stoiber im Kabinett von Max Streibl neuer Innenminister. Mit scharfer Rhetorik und programmatischer Entschiedenheit widmet er sich vor allem der Inneren Sicherheit und reformiert die Polizei in Bayern. Er plädiert früher als alle anderen Unionspolitiker für eine schärfere Gangart in der Asypolitik und warnt im November 1988 vor "einer multinationalen Gesellschaft auf deutschem Boden".

1989 wird Stoiber erstmals als CSU-Vorstandsvize gewählt. Als das Duo Streibl/Waigel rasant an Profil verliert,gilt er bereits als heimlicher Ministerpräsident, auch die "Amigo-Affäre" hindert Stoiber nicht daran, am 28. Mai 1993 Regierungschef von Bayern zu werden.

In den späten 90er Jahren weckt Stoibers "Politik der Nadelstriche" aus Bayern Richtung Bundespolitik auf den Feldern der Europa-, Währungs- oder Gesundheitspolitik Spekulationen über seine bundespolitischen Ambitionen. Am 16. Januar 1999 wird er Nachfolger Waigels als CSU-Chef. Stoiber erhält nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung "Applaus wie für den Herrgot". Seit Mitte 2000 wird Stoiber immer wieder als Kanzlerkandidat ins Spiel gebracht, er lehnt dies lange Zeit kategorisch ab. Jetzt will er selbst.

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