Kultur : Streik fällt aus

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Die wahren Stars am Eröffnungstag des 57. Festivals von Cannes sind die intermittents du spectacle, „die mit Zeitverträgen beschäftigten Künstler und Techniker französischer Kulturbetriebe “. Seit dem vergangenen Sommer kämpfen sie für die Sicherung ihrer Arbeitslosenhilfe. Unterstützt von vielen KunstProminenten, ließen sie 2003 dafür die Festivals von Avignon und Aix-en-Provence platzen.

Auch in Cannes drohten sie wiederum mit massiven Attacken. Nach vierstündigen Verhandlungen konnten die Streiks jedoch abgewendet werden. Dafür erhalten die Vertreter der 115000 intermittents das Recht, „innerhalb des Festivals dem Ereignis angemessen“ auf ihr Anliegen aufmerksam machen zu dürfen. Zwei Dutzend Zeitarbeiter hatten darum am Mittwochabend die Ehre, unmittelbar vor der Jury und dem Team Pedro Almodóvars die rot ausgekleideten Betonstufen zum Festivalpalast zu erklimmen – vor den Augen der zum weltgrößten Kulturevent versammelten Öffentlichkeit.

500 intermittents sind beim Festival akkreditiert, von Filmteam-Mitgliedern über TV-Techniker bis hin zu eingeladenen jungen Künstlern.

Die örtlichen Hoteliers und Restaurantbesitzer können also einstweilen aufatmen. Am Dienstag waren 400 von ihnen mit Bürgermeister Bernard Brochand durch die Straßen von Cannes marschiert, den Schlachtruf „Vive le festival!“ auf den Lippen. jal

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