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Kultur : Streit nach Nobelpreis-Ehren für Mo Yan

19.10.2012 00:00 Uhr

Eine Woche nach der Vergabe des Nobelpreises an den Chinesen Mo Yan (57) ist in Stockholm wieder einmal Krach über die bedeutendste Literaturauszeichnung der Welt ausgebrochen. Stockholmer Medien werfen der Schwedischen Akademie „Bagatellisierung von Lecks“ und „Befangenheit“ des 88-jährigen Jurymitglieds Göran Malmqvist vor, weil der Mo-YanÜbersetzer auch eigene finanzielle Interessen am Preis habe.

Peter Englund, Ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie und Jurysprecher, kontert die Vorwürfe scharf. Schlagzeilen zum Vorabwissen der Ehefrau eines Jurykollegen („Ich kann Favoriten nicht kommentieren, weil ich weiß, wer den Preis bekommt“) betrachtet er ebenso als „abseitiges Nebenthema“ wie das angebliche Gewinnstreben Malmqvists.

Der Sinologe habe Mo Yan lediglich im Auftrag der Akademie übersetzt und werde Honorare für Veröffentlichungen weiterreichen. Auch den Vorwurf interner „Lecks“ vor der Bekanntgabe wies der Sekretär zurück: „Alles war dicht. Dazu hat uns sogar das Wettbüro Ladbrokes gratuliert.“ Etliches komme jetzt wohl hoch, „weil die Journalisten kein einziges Buch von Mo Yan gelesen haben“.

Zu den kritischen Kommentaren in Deutschland wegen der Rolle Mo Yans als chinesisches Delegationsmitglied bei der Frankfurter Buchmesse 2009 sagte Englund, in seinen Büchern setze sich Mo Yan „dauernd kritisch mit Korruption und Unterdrückung auseinander“. Die international kontrovers geführte Debatte über die politische Rolle des Preisträgers sei zwar „absolut relevant“. China sei aber „zu komplex, als dass man alles und jeden in regierungstreu oder Dissident aufteilen kann“.

Unterdessen wurde bekannt, dass Mo Yans Heimatdorf Gaomi in der Provinz Shandong wegen der Nobelpreisehrung zur Touristenattraktion werden will. In den nächsten drei Jahren investiere man 670 Millionen Yuan (rund 80 Millionen Euro) in eine Tourismusroute samt Museum rund um das Leben und Werk des Schriftstellers, hieß es. Auch solle ein riesiges Hirsefeld angelegt werden. Das Getreide hatte Mo zu seinem von Zhang Yimou später verfilmten Roman „Das rote Kornfeld“ inspiriert. dpa

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