Streit um das Staatsballett Berlin : Tänzer sagen Treffen mit Sasha Waltz ab

Eigentlich wollten sich die designierten Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhman am Dienstag mit dem Ensemble des Staatsballetts treffen. Die Tänzer sagten ab - man stellt lieber schriftliche Forderungen.

Die designierten Intendanten des Staatsballetts Berlin, Sasha Waltz und Johannes Öhmann, am 7. September im Roten Rathaus.
Die designierten Intendanten des Staatsballetts Berlin, Sasha Waltz und Johannes Öhmann, am 7. September im Roten Rathaus.Foto: dpa

Das Berliner Staatsballett hat ein Treffen mit seinen designierten Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhman abgesagt. Die Tänzer wollen sich erst dann mit der neuen Leitung auseinandersetzen, „wenn es ein konkretes Konzept gibt und wenn die neue Regierung ernannt ist. Bis dahin erscheint uns ein Treffen nutzlos“, heißt es in einer Mitteilung. Der Großteil des Ensembles hat gegen die Berufung von Waltz und Öhman durch die Berliner Kulturverwaltung scharf protestiert und verlangt, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werde.

Waltz und Öhman wiederum wiederholten am Montag ihre bereits bekanntgegebenen Eckpunkte für die Zeit ab 2019 in schriftlicher Form, nachdem sie überraschend von der Absage erfahren hatten. "Unter unserer Leitung werden 50 Prozent der Produktionen in der Form von klassischen Balletten (wie ,Dornröschen', ,Schwanensee', ,Giselle', ,Nussknacker' u.a.) programmiert werden." Außerdem werde das Staatsballett neoklassische und zeitgenössische Werke international führender Choreografen zeigen. Darüber hinaus will Sasha Waltz
wie bereits gemeldet neue Stücke für das Staatsballett erarbeiten, eine Arbeit pro Spielzeit inklusive Neukreationen - im Zeitraum von fünf Jahren. Erneut betonen die designierten Intendanten, dass die Compagnie ”Sasha Waltz & Guests” als eigenständige Struktur
bestehen bleibt. Sasha Waltz und Johannes Öhman bedauern es, "dass der aktuelle Ton, der aggressive
Diskurs und die Verbreitung von Desinformation das Ansehen der Institution Staatsballett schädigt". Sie seien weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog. Tsp

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