Kultur : Streit um freie Documenta-Führungen

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Um Kunstführungen auf der Documenta in Kassel ist ein heftiger Streit entbrannt, weil die Documenta-Leitung keine fremden Führungen zulässt. Der Streit hat sich an einer Führung des Städelschen Museumsvereins aus Frankfurt entfacht, die von der documenta abgebrochen wurde. Der Gocher Museumsdirektor Stephan Mann, der die Gruppe betreute, sieht die freie Besichtigung der Ausstellung gefährdet: „Die documenta ist eine öffentliche Ausstellung, da kann man durchgehen, mit wem man will.“ Seiner Meinung nach geht es den Organisatoren vor allem darum, mit den eigenen Führern Geld zu verdienen. Damit würden finanzielle Argumente über die Meinungsfreiheit gestellt.

„Wir wollen keine Diskussion abbrechen“, betont documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld. Klare Linie bei der documenta aber sei es, nur eigene Führer zuzulassen. Das Verbot habe keine finanziellen, sondern inhaltliche Gründe: „Unsere Leute sind bestens ausgebildet und haben die besten Informationen.“ Die Führung des Städelschen Museumsvereins sei kein Einzelfall, bedauerte Leifeld: „Es fühlt sich jeder Kunstvereinsleiter dieser Welt berufen, die documenta vorzustellen.“ Problematisch sind für Leifeld vor allem kommerzielle Unternehmen etwa aus den Niederlanden und Belgien, die ganze Busladungen Besucher nach Kassel bringen und eigene Führungen organisieren: „Diese Gruppen versperren die Räume und schreien durch die Gegend.“ Nach Angaben der Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes in Berlin, Mechtild Kronenberg, ist das Verbot nicht ungewöhnlich: „Es gibt Museen, die sich vorbehalten, alle Führungen selber zu organisieren.“ „Auf der documenta stören die Fremdführungen schon ziemlich“, sagt Kronenberg. dpa

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