Kultur : Streit um Hochhuth-Buch: Die Kommission tritt zurück

Wegen des Streits darüber, wie an beruflichen Gymnasien in Baden-Württemberg mit Rolf Hochhuths Buch "Eine Liebe in Deutschland" umgegangen wird, ist jetzt die komplette Auswahlkommission zurückgetreten. Wie der Südwestrundfunk (SWR) meldet, protestieren die Experten damit gegen die Entscheidung von Kultusministerin Annette Schavan (CDU), das Werk Hochhuths als Pflichtlektüre für das Abitur zu streichen. Die Kommission hatte das Buch dies Jahr erstmals für das schriftliche Abitur ausgewählt. In Hochhuths Erzählung geht es um eine verbotene Liebe in der NS-Zeit zwischen einer Einheimischen im Badischen und einem polnischen Zwangsarbeiter, der dafür hingerichtet wird. Nach SWR-Informationen will nun die Kommissionsvorsitzende Ursula Kistler als letztes Mitglied des achtköpfigen Gremiums ihr Amt zur Verfügung stellen. Schavan wiederum hatte stets erklärt, es gebe kaum wissenschaftliche Sekundärliteratur zu dem Buch. Deshalb sei es als Pflichtlektüre gestrichen worden.

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