STREIT UND STIFTUNG : Kollhoff rügt, die Stiftung konstituiert sich

Architekt Hans Kollhoff, der beim Schloss-Wettbewerb einen dritten Platz belegte, hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung wegen der Entscheidung für Franco Stellas Entwurf offiziell gerügt. Dem Tagesspiegel erklärte er, er wolle die Überprüfung von Stellas Teilnahmeberechtigung erreichen – nun prüft das Amt, ob es dazu verpflichtet ist. Stella hatte letzte Woche dem Vorwurf widersprochen, er erfülle die Bedingung nicht, die einen Jahres-Mindestumsatz von 300 000 Euro oder ein Minimum von drei fest angestellten Mitarbeitern vorschreibt. Seine Angaben waren vom Bundesbauministerium nicht überprüft worden. Für das Schloss kooperiert Stella nun mit zwei Architekturbüros.

„Mit Unterstützung der

Kollegen Hillmer/Sattler und Gerkan/Mark einen

reibungslosen Umzug von Dahlem ins Schlossregal zu organisieren“, das sei der grandiosen Idee des Humboldt-Forums unwürdig, meinte Kollhoff.

Die Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum als vom Bund installierte Bauherrin soll sich noch vor der Bundestagswahl konstituieren, Schirmherr ist Horst Köhler. Was den Vorsitz betrifft, glaubt der Bundestagsabgeordnete Dirk Fischer (der für die CDU in den Stiftungsrat geht) an eine interne Lösung aus dem Bauministerium. Im 14-köpfigen Stiftungsrat sitzen fünf Vertreter des Bundestags – außer Fischer Hartmut Koschyk (CDU), Wolfgang Thierse, Uwe Beckmeyer (SPD) und Hans-Joachim Otto (FDP). Die schloss-kritischen Parteien monieren nun, dass sie ausgeschlossen bleiben; die SPD begründet dies jedoch mit den Mehrheitsverhältnissen im Bundestag. Drei weitere Vertreter entsendet der Bund (Bauen, Finanzen,

Kulturstaatsminister), zwei das Land Berlin, vier die Nutzer. Für das Kuratorium wird der Schloss-Förderverein Richard Schröder vorschlagen. ike/chp

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