Kultur : Studio Babelsberg: Auch in diesem Jahr weiter rote Zahlen

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Nur ein halbes Jahr nach der Bestellung einer neuen Spitze steht das Studio Babelsberg wieder vor personellen Veränderungen. Hartwig Schulte-Loh, der erst im Mai neuer Verwaltungsgeschäftsführer des Potsdamer Film- und Fernsehzentrums geworden war, wird sich im kommenden Jahr fast ausschließlich um den Aufbau eines Produktionsfonds kümmern, der dem Studio zugute kommen soll. Wer seine bisherige Funktion über eine mögliche kommissarische Leitung hinaus übernimmt, ist unklar. Für eine Nachfolge-Entscheidung sei es "viel zu früh", sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Schulte-Loh, 42 Jahre alt, war erst im Mai Studio-Manager geworden. Als Nachfolger von Geschäftsführer Friedrich-Carl Wachs, der für einen Expansionskurs gestanden und im Februar gekündigt hatte, sollte er das Unternehmen "konsolidieren" und in die Gewinnzone führen, wünschte sich der französische Mutterkonzern Vivendi, der das Studio-Gelände vertraglich noch bis 2002 betreibt. Doch Schulte-Lohs Erfolg hielt sich offenbar in Grenzen: Auch in diesem Jahr schreibt Babelsberg wieder rote Zahlen. Vor allem das kreative Kerngeschäft der Filmproduktion liegt, abgesehen von einigen Koproduktionen, weitgehend brach. Der von Arthur Hofer aufgebaute Unternehmenszweig Studio Babelsberg Independents - Hofer hatte kurz nach Wachs gekündigt - wird in der alten Form abgewickelt. Das Studio funktioniert derzeit vor allem als Dienstleister für Fremdproduzenten (spektakulärstes Projekt 2000: "Enemy at the Gates"). Feiern kann der Medien- und Immobilienriese Vivendi immerhin einen Vermieter-Erfolg: Die Hallen waren in diesem Jahr zu 84 Prozent ausgelastet.

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