Kultur : "Stunde Null" und Otto Schenk beim Prager Theaterfestival

Christoph Marthalers "Stunde Null" vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg eröffnete das diesjährige deutschsprachige Theaterfestival in Prag.Das Satire-Stück des Schweizers, eine Collage zum 50.Jahrestag des Kriegsendes, die auch auf authentische politische Reden zurückgreift, eroberte nach weltweiten Gastspielen nun auch das tschechische Publikum.Weiterer Höhepunkt des zum dritten Mal stattfindenden Festivals war Elfriede Jelineks "Stecken, Stab und Stangel", inszeniert von der Japanerin Kazuko Watanabe am Schauspiel Leipzig.Das Stück spiegelt gesellschaftliche Reaktionen auf rechten Terror, ausgehend von der 1995 real geschehenen Ermordung von vier Roma in der Nähe eines österreichischen Dorfes.Gefeiert wurde auch Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" vom Wiener Burgtheater, Platons Phaidon-Dialoge vom Neumarkt-Theater in Zürich und Schillers "Maria Stuart" vom Staatstheater Stuttgart.Bereits zur Tradition geworden ist der Auftritt eines prominenten Schauspielers, der seine literarischen Vorlieben präsentiert.Nach Gastspielen von Bruno Ganz und Klaus Maria Brandauer war nun Otto Schenk an der Reihe, der die Prager mit Goethe und Tucholsky ebenso unterhielt wie mit Texten des Wiener Kolumnisten Ernst Klein und autobiographischen Anekdoten.Die Berliner Volksbühne zeigt Marthalers "Murx den Europäer!", der Ende dieser Woche gezeigt wird.Den Abschluß des - nach dem Rückzug der Kulturstiftung der Deutschen Bank - größtenteils vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds finanzierten Festivals bildet am 14.November Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" vom Bayerischen Staatsschauspiel. rak

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