Kultur : Süße Mauern

Begründer des Happenings: zum Tod von Allan Kaprow

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Seine Künstlerlaufbahn begann klassisch – mit klassischer Malerei. Allan Kaprow malte wie viele in den Fünfzigern in den USA im Stil des abstrakten Expressionismus. Die Begegnung mit John Cage, bei dem er 1956 bis 1958 studierte, brachte die Wende: Der in Atlanta geborene Künstler schuf fortan Environments und begründete 1959 mit einer künstlerischen Aktion unter Einbeziehung des Publikums die Kunstform des Happenings, als dessen bedeutendster Vertreter er fortan galt.In „Sweet Wall“ zum Beispiel führte er 1971 einen spielerischen Mauerbau mit Marmeladenmörtel direkt neben der Berliner Mauer aus. Mit der Renaissance des Fluxus war auch der Beitrag Kaprows im Kunstbetrieb wieder mehr gefragt. So gehörte seine Eisskulptur 2005 auf dem Vorplatz der Basler Kunstmesse zu den meistbeachteten Beiträgen, wenn sie auch nach und nach zerschmolz – ganz im Sinn des Happenings. Das Münchner Haus der Kunst plant gerade eine Retrospektive für den Herbst, während deren Vorbereitung der Künstler im Alter von 78 Jahren am Mittwoch verstarb. NK

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