Kultur : Suhrkamp: Hans Barlach spricht

Der 39 Prozent der Anteile haltende Minderheitsgesellschafter des Suhrkamp Verlags, Hans Barlach, hat jetzt öffentlich Auskunft gegeben über seinen in zahlreichen Gerichtsprozessen geführten Kampf mit der Mehrheitsgesellschaft, der 61 Prozent der Anteile haltenden Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung. Er sprach auch über seine Motivation und seine Pläne, falls es ihm gelingen sollte, mehr Mitsprache zu erhalten oder Suhrkamp gar ganz zu übernehmen. In der „FAZ“ erklärte er, dass er sich „große Sorgen“ um den Verlag mache und es „kein Betriebsunfall“ sei, „dass der Verlag wirtschaftlich nicht so gut dasteht wie andere Verlage.“

Barlach betonte, dass der Suhrkamp Verlag finanziell gut aufgestellt sein müsse, um zukunftsfähig zu sein: „Wir sind daran interessiert, dass man auch in Zukunft ins Programm investieren kann. Das geht aber nur, wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet.“ Den Vorwurf eine Heuschrecke zu sein, wies er zurück, an einen Ausstieg denke er nicht. Gesprächsbereit und friedenswillig sei er aber, falls die Familienstiftung ihre im Mai diesen Jahres gestellte Ausschlussklage zurückzöge. Diese Klage wird in Frankfurt am Main verhandelt, mit einem Urteil wird am 13. Februar kommenden Jahres gerechnet. Auf diese Klage hatte Barlach seinerseits mit einer Ausschluss- und letzte Woche gar mit einer Auflösungklage reagiert: „Ich kann mir vorstellen, dass sich die Situation auf diese Weise entschärfen ließe. Dazu müsste man sich auf einen Geschäftsführer einigen.“ Namen nannte er keine, auch nicht auf die Frage, was er im Fall einer vollständigen Verlagsübernahme unternehmen würde: „Erstmal würde ich jemanden zur Mitarbeit bewegen, der sich auf das Geschäft mit den Autoren versteht.“ Tsp

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