Suhrkamp-Verlag : Charmante Werbung

Bleibt er? Kommt er? Der Suhrkamp Verlag und Berlin - eine Geschichte, die mit einer Einladung in die Hauptstadt begann und mit ihrer Annahme enden könnte.

Mit dem Suhrkamp Verlag verhält es sich wie im Moment mit dem neuen Buch von Daniel Kehlmann: Bei der Nennung seines Namens gehen heftige elektrische Schläge durch den Medienkörper. Am Mittwoch meldete der allseits bekannte Branchendienst „Werben und Verkaufen“, dass sich die Stadt Berlin „offenbar intensiv“ um einen Umzug des Verlags von Frankfurt nach Berlin bemühe. Darauf stiegen mit „buchmarkt.de“ ein anderer Branchendienst und gestern auch die „FAZ“ ein und stellten die bange Frage: „Geht Suhrkamp?“

Dieselbe Frage hätte man jedoch auch vor gut über drei Jahren schon stellen können – da kam Suhrkamp nämlich nach Berlin und eröffnete eine Dependance in der Fasanenstraße. In der Folge machte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der damals noch nicht Kultursenator war, dem Verlag vermutlich eher aus einer Laune heraus das Angebot, doch nach Berlin umzuziehen. Ein Imagegewinn für die Stadt wäre ein Suhrkamp-Umzug mitsamt den circa 130 Mitarbeitern allemal. „Es gibt eine Einladung der Stadt Berlin, die schon längere Zeit vorliegt und die wir prüfen“, sagt jetzt Suhrkamp-Geschäftsführer Thomas Sparr zu der ganzen Angelegenheit, hält sich ansonsten aber gewohnt bedeckt.

Auch die Senatskulturverwaltung lässt sich nicht viel mehr entlocken. Pressesprecher Torsten Wöhlert erklärt, dass es in der Tat so sei, „dass wir den Verlag aufs charmanteste umwerben und ihm die Schönheiten und Vorzüge Berlins erklären, aber nicht erst seit heute.“ Immerhin gesteht er zu, dass die Intensität der Bemühungen im Vergleich zum vergangenen Jahr vielleicht etwas stärker geworden sei. Alles Weitere müsse man aber nicht zuletzt mit dem Wirtschaftssenator abklären. Und Suhrkamps Thomas Sparr ergänzt vielsagend: „Irgendwann wird eine Entscheidung fallen“. Ganz sicher aber ist: Daniel Kehlmanns neues Buch „Ruhm“ liegt seit gestern in den Buchhandlungen. gbar

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