Kultur : SWR-Bestenliste: Im Uhrenkasten

Fast ein halbes Jahr lang hat es gedauert, bis sein Buch in den Blick der SWR-Jury geraten ist. Nun hat der 1960 geborene Jan Koneffke, der als Journalist in Rom lebt, auf Anhieb den Spitzenplatz der Bestenliste im Dezember erobert. Sein Roman "Paul Schatz im Uhrenkasten" (DuMont) erzählt die märchenhafte Geschichte eines kleinen Jungen aus dem Berliner Scheunenviertel in den dreißiger Jahren, der seinen galizisch-jüdischen Vater am liebsten verleugnen würde.

Adam Zagajewskis Erinnerungsbilder an seine Heimatstadt belegen Rang zwei: "Ich schwebe über Krakau" (Hanser). Aufmerksamkeit hat endlich auch die schottische Erzählerin A. L. Kennedy gefunden, deren Wagenbach-Roman "Gleißendes Glück" sich auf Platz drei findet. "Der Liebeswunsch" (Kiepenheuer & Witsch) des Kölner Romanciers Dieter Wellershoff belegt Rang vier und "Der Fall von Madrid" (Verlag Antje Kunstmann), der Abschluss einer Trilogie von Rafael Chirbes über den Spanischen Bürgerkrieg Rang fünf. John Updike steht mit seinem Roman "Gegen Ende der Zeit" (Rowohlt) auf Platz sieben und die Berliner Schriftstellerin Katharina Hacker mit ihrem Romandebüt "Die Bademeisterin" (Suhrkamp) auf Platz acht. Alexander Kluges epochale "Chronik der Gefühle" (Suhrkamp) findet sich - nach dem Spitzenplatz im vergangenen Monat - nun auf Rang acht.

Katja Lange-Müllers "Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei" mit dem Titel "Die Letzten" (Kiepenheuer & Witsch) belegen Platz neun. Die Plätze zehn und elf teilen sich Julien Greens Roman "Adrienne Mesurat" (Hanser) und Isolde Ohlbaums Fotobuch "Autoren, Autoren" (ars vivendi). Als persönliche Empfehlung nennt PeterLaemmle den Erstling des 22-jährigen Hans Pleschinski: eine "spanische Novelle" namens "Zerstreuung" (edition epoca), die der heute doppelt so alte Autor zur Freude seiner Fans nachträglich veröffentlicht hat.

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