Kultur : Tadschikistan verbietet Politfarce „Der Diktator“

Während der britische Komiker Sacha Baron Cohen in Cannes gerade für seine Kinokomödie „Der Diktator“ Reklame macht – mit Kamelritten auf der Croisette unweit des Festivalpalasts –, ist der Verleih des Films im autoritär regierten Tadschikistan untersagt worden. Medienberichten zufolge geschah das Gleiche in Turkmenistan. Der Film, der letzte Woche weltweit gestartet ist, entspreche nicht der Mentalität des Landes, hieß es vonseiten der tadschikischen Behörden. Der Kinoverband des zentralasiatischen Landes teilte mit, die Farce um den letzten arabischen Diktator aus dem fiktiven Wüstenstaat Wadiya könne Gefühle von Teilen der Bevölkerung verletzen. Der Film sei zudem „minderwertig“, Zuschauer sollten lieber für Meisterwerke ihr Geld ausgeben. Damit teilt die Politgroteske, in der es keine direkte Verballhornung Tadschikistans gibt, das Schicksal von Cohens Film „Borat“ (2006) über einen angeblich kasachischen Hinterwäldler. „Borat“ wurde damals in Kasachstan nicht gezeigt. Allerdings avancierte er dort schnell zum Amazon-Verkaufshit, und der kasachische Präsident Nursultan Nazarbajew gestand später, er fände „Borat“ durchaus lustig. Das Außenministerium wiederum räumte ein, der Film habe tausende neugierige Touristen in das Land gelockt. Tsp/dpa

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