• Tag der Entscheidungen: Aufstellungen - Wie Rot, Grün und Gelb in Berlin mitmischen wollen

Kultur : Tag der Entscheidungen: Aufstellungen - Wie Rot, Grün und Gelb in Berlin mitmischen wollen

m.m./babs/cas/ale/bib

Matthias Machnig, Bundesgeschäftsführer der SPD, geht keiner Herausforderung aus dem Weg. Jetzt in Berlin zu zeigen, dass die Wahlkampfführung der SPD noch immer überlegen ist - das übt schon seinen Reiz aus. Nicht nur für ihn: Auch Michael Donnermeyer, Ex-Sprecher der SPD in Berlin, heute einer der engsten Vertrauten von Generalsektetär Franz Müntefering, wird kräftig mitmachen. Machnig hat zuletzt mit seinen Ideen von einer "neuen Netzwerkpartei" mit Internet und Intranet der jungen baden-württembergischen Spitzenkandidain Ute Vogt zu einem respektablen Wahlergebnis verholfen. Mit Unterstützung kann die Berliner SPD auch von Frank-Walter Steinmeier rechnen, dem Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Das Konzept von der "Kampa" wie 1998 ist noch nicht überholt - den Nachweiß will die SPD schon für die Berliner Landeswahlen antreten.

Und die Bundesgrünen? "Es wird nicht einfach", sagt Fraktionschefin Kerstin Müller dem Tagesspiegel. Eine Rote-Socken-Kampagne in der jetzigen Situation aber sei "lächerlich", sinnvoll dagegen die Sachauseinandersetzung. Die Grünen haben es sich in den letzten Tagen schwer gemacht mit der Nominierung des Spitzenkandidaten. Erst wurde die populäre Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer von der Partei nicht laut genug gerufen - und sagte ab. Dann bremste der linke Berliner Landesverband den türkischstämmigen Cem Özdemir aus. Der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete will jetzt als "treuer Parteisoldat" Wahlkampf machen: "Wir müssen aufpassen, dass die Jugend nicht zu Gysi überläuft."

Strategisch eigenständig - und nun wohl ohne bundespolitische Prominenz - werden die Grünen in Berlin antreten. Und auf eine Koalitionsaussage verzichten. "Der Wahlkampf in Berlin ist keine Talkshow", sagt Parteichef Fritz Kuhn und hofft auf den Wählerwunsch nach Sachlichkeit. Kuhn: "Wenn die anderen sich in die Schlammschlacht begeben, ergeben sich für uns Chancen, mit einem programmatischen Wahlkampf zu punkten."

Auch die Liberalen machen sich so ihre Gedanken. Doch bisher war die Suche von Berlins FDP-Chef Günter Rexrodt nach einem geeigneten überregionalen Kandidaten ein einziger Misserfolg. Er selbst gilt bisher in der Bundes-FDP eher als schwache Lösung. So wurden Personen gehandelt wie der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel. Doch der sagte wie einige andere ab, so dass innerhalb der FDP mittlerweile selbst ein Name wie Otto Graf Lambsdorff als Lösung diskutiert wird.

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