Kultur : "Tag des keinen Buches"

Autoren protestieren gegen EU-Pläne zur Aufhebung der BuchpreisbindungSchriftsteller der drei deutschsprachigen Länder laufen in ihrer bisher größten gemeinsamen Aktion Sturm gegen die von der EU-Kommission geplante Aufhebung der Buchpreisbindung.Am Donnerstag verabschiedeten sie auf der Leipziger Buchmesse eine Erklärung, die mehr als 1300 Autoren - unter ihnen Rolf Hochhuth, Christa Wolf und Volker Braun - unterschrieben haben.Tausende weitere Unterschriften sollen hinzukommen.Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller, Fred Breinersdorfer, kündigte an, notfalls gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels "den Prozeßknüppel zu schwingen". Den Donnerstag erklärten sie zum "Tag des keinen Buches".Damit protestierten sie gegen die Pläne von EU-Wettbewerbskommissar Karel van Miert, der die Buchpreisbindung aufheben will, um damit die Verbraucher zu schützen und mehr Wettbewerb zu ermöglichen.Im Gegenzug hat er die Bildung eines Förderfonds für literarische Werke angeregt.Die betroffenen Autoren und Verlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz bezeichnen dieses Vorhaben als "absurd".Wie im Agrarbereich würde damit nach den Worten Breinersdorfers eine "Subventionsbürokratie" entstehen."Wir wollen keine zensierten Literaturkraten", mahnte er.Die Autoren bräuchten keine Almosen, sondern weiterhin die Möglichkeit, selbst einen Verlag frei wählen zu können.Der EU-Kommissar habe nicht bedacht, daß ein Buch nicht nur Handelsware, sondern auch Kulturgut ist. AP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben