TALENTSCHMIEDE 15. Open-Mike-Lesewettbewerb : Ausgegrummelt

Gerrit Bartels

Es ist das 15. Mal, dass der Open-Mike-Wettbewerb stattfindet, und erstmals hat man an der Ausrichtung eine entscheidende Veränderung vorgenommen. In diesem Jahr wird von den drei Preisen einer für einen lyrischen Text verliehen. Bis zu sieben Lyriker und Lyrikerinnen können nun teilnehmen und das Kandidatenfeld auf 22 erhöhen. Von den sechs für die Auswahl der Texte zuständigen Lektoren ist einer ausschließlich für Lyrik zuständig. Auch in der dreiköpfigen Jury sitzt dieses Jahr neben Georg Klein und Antje Ravic Strubel ein echter Lyriker: der Schweizer Raphael Urweider. Das hat Sinn, denn in den vergangenen Jahren gab es immer mal Gegrummel, dass die Lyrik zu kurz komme oder man sie eben anders als die Prosatexte bewerten müsse.

So ist der Gerechtigkeit alle Ehre getan, und so können die jetzt ausgewählten 21Autoren und Autorinnen sich umso besser aufs Wesentliche konzentrieren – ihre Texte. Wie gehabt ist wieder keiner der zwischen 1971 und 1987 geborenen Kandidaten bekannt. Außer in Anthologien und Literaturzeitschriften hat noch niemand etwas Größeres veröffentlicht. Ein Drittel der Teilnehmer ist oder war am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig oder absolviert das Kreatives-Schreiben-Studium in Hildeheim. Nach diesem Wettbewerb dürfte mancher Name in vieler Munde sein, gilt der Open Mike doch als Talentschmiede und Rekrutierungsbecken für viele Verlage. Inzwischen etablierte Schriftsteller und Schriftstellerinnen wie Julia Franck, Jochen Schmidt, Terézia Mora oder Tim Krohn starteten hier ihre Karriere. Gerrit Bartels

Wabe, Sa 3.11., ab 14 Uhr, So 4.11., ab 12 Uhr,

Eintritt frei

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