Tamara Danz : Eine Straße als Erinnerung

In Friedrichshain heißt seit heute eine Straße nach der vor zehn Jahren verstorbenen Silly-Sängerin Tamara Danz. Zur Erinnerung spielte Silly bei der Namensgebung mit der neuen Sängerin Anna Loos.

Berlin - Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um die bekannten Songs "Flieg", "Bataillon d'amour" und "Asyl im Paradies" zu hören. Für viele sei Tamara eine Identifikationsfigur gewesen, sagte Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker, der die Sängerin seit 1986 kannte und sie kurz vor ihrem Tod geheiratet hatte. Sie habe sich immer für andere und für Gerechtigkeit eingesetzt. Der neue Straßenname sei auch eine Mahnung an die Kulturorganisatoren, authentisch und glaubwürdig zu bleiben, sagte der neue Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne). Auf dem an der Tamara-Danz-Straße angrenzenden Areal entsteht derzeit ein Kultur- und Sportzentrum.

Die Journalistin Abini Zöllner, die mit Danz befreundet war, sagte, sie leide noch immer unter dem Verlust der Freundin. Tamara sei eine der aufrichtigsten Personen gewesen. Zu der Straßenbenennung hätte sie vermutlich gesagt: "Ich bin es doch bloß, macht nicht so viel Gewese." Loos sagte, man könne gar nicht genug an die "Ausnahmekünstlerin" Danz erinnern. Silly seien die "Helden ihrer Jugend" gewesen.

Tamara Danz wurde am 14. Dezember 1952 in Breitungen/Werra geboren. 1978 wurde sie Mitglied der Band Familie Silly, die sich zwei Jahre später in Silly umbenannte. Bis zu 200.000 Platten verkaufte die Gruppe im Jahr. Am 18. September 1989 war Danz die Erstunterzeichnerin der "Resolution der Rockgruppen und Liedermacher" an die DDR-Regierung, in der politische Reformen gefordert wurden. 1995 erkrankte die Sängerin an Brustkrebs. Danz starb am 22. Juli 1996 in Berlin. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben