Kultur : Tannengrün an der DJ-Kanzel

Bodo Mrozek

verkündet die frohe Botschaft Festtage sind immer ein Risiko. Vögel, die im Ofen misslingen, Tanten, die schon wieder das falsche Parfüm schenken, man kennt das. Ganz besonders unbeliebt sind Feiertage aber im Nachtleben. Von neumodischen Riten wie dem Fest des großen Kürbis mal abgesehen, bergen sie unvorhersehbare Gefahren, zumal in Berlin. Denn ob Weihnacht, Ostern oder Pfingsten: Die Städte sind leer gefegt. Die Studenten, jene unbeliebten, aber verlässlich trink- und feierfreudigen Um-die-HäuserZieher scheinen dann kollektiv nach Schwaben heimgekehrt, stattdessen herrschen die Touristen. Aber will man die wirklich auf den Tanzflächen sehen? Mit steilen Sorgenfalten stehen DJs und Gastronomen seit Tagen vor gähnend-verödeten Tanzflächen.

Die frohe Botschaft: Dieses Jahr wird alles anders. Was in Arbeitnehmerkreisen die Laune eher trübt, freut das Ausgehvolk. Die Feiertage fallen auf ein Wochenende! Für Clubbetreiber, die eigentlich die Plattenspieler zuklappen wollten, ist der erste Weihnachtsfeiertag so gesehen fast ein normaler Samstag, denn Wegfahren lohnt sich kaum.

Allüberall werden nun die DJ-Kanzeln prominent besetzt: Das Coffy (Wins-/ Ecke Immanuelkirchstr.) fährt am 24.12. „All Stars“ wie The Mytch auf. Karel Duba und Curly Chick bespielen das Delicious Doughnuts (Rosenthalerstr. 9) und im Sternradio (Alexanderplatz 5) schlägt eine Sternstunde des Techhouse mit Mitja Prinz und Treplec. Einstimmen kann man sich im nbi bei Glühwein und Tannenduft, und die Maria (Schillingbrücke) ruft gar ein Revival der frühen Loveparades aus (25.12.). Was das Gelingen all dieser Weihnachtstänze angeht, ist es allerdings wie bei allen anderen Familienfeiern: Ein gewisses Restrisiko bleibt. In diesem Sinne: Frohes Fest!

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