Tanz : Choreograf Maurice Béjart gestorben

Maurice Béjart revolutionierte das klassische Ballett mit seinen Inszenierungen und war weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Heute morgen starb er in der Schweiz.

Bejart
Maurice Béjart starb im Alter von 80 Jahren in Lausanne.Foto: AFP

LausanneDer französische Choreograf Maurice Béjart ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin des Béjart Ballets in Lausanne. Béjart zählte zu den bedeutendsten Choreographen überhaupt und hat zu Beginn seiner Karriere das klassische Ballett revolutioniert. Er wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine spektakulären Inszenierungen bekannt, darunter "Le sacre du printemps" und "Boléro".

Der Tanz war sein Leben. Bis zuletzt arbeitete der französische Choreograf Maurice Béjart von seinem Rollstuhl aus in seinem Tanztheater in Lausanne. In wenigen Wochen wollte der Star- Choreograf, der seit Jahren mit einem schweren Hüftleiden kämpfte, in Paris seine jüngste Kreation vorstellen: "In 80 Minuten um die Welt". Die Premiere sollte kurz nach seinem 81. Geburtstag am 1. Januar stattfinden.

Mehr als 100 Choreografien hat der Mann mit dem markanten Kinn- und Oberlippenbart entworfen, geprägt von seinem persönlichen Stil. Literarische Gestalten und historische Persönlichkeiten belebten seinen Kosmos, aber auch Themen wie Liebe, Tod, Licht und Frauen. Konstanten, die sein umfangreiches Oeuvre zyklisch durchlaufen, das sich musikalisch als auch tänzerisch zwischen Klassik und Avantgarde bewegt.

Der Tänzer debütierte 1945 als Ballettmitglied der Marseiller Oper. 1954 gründete Béjart eine eigene Ballett-Truppe und wurde 1957 Ballett-Direktor am Théâtre de Paris. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er mit Strawinskys "Le sacre du printemps" anlässlich der Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1959. Béjart ging 1960 nach Brüssel und entwickelte dort sein "Totaltheater", in dem Sprache, Musik, Tanz und Regie zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Vor wenigen Tagen war Béjart mit Nieren- und Herzproblemen in das Universitätskrankenhaus Lausanne eingeliefert worden. Der in Marseille geborene Künstler war 1987 von Brüssel mit seinem Ensemble nach Lausanne umgezogen. (mit dpa, AFP)

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