Tanz : Entflammt durch ein Genie

Diesem Gastspiel aus Madrid fiebern die Tanzenthusiasten schon lange entgegen. Nacho Duato und seine formidable Compañía Nacional de Danza treten zum ersten Mal in Berlin auf.

Sandra Luzina

Diesem Gastspiel aus Madrid fiebern die Tanzenthusiasten schon lange entgegen. Nacho Duato und seine formidable Compañía Nacional de Danza treten zum ersten Mal in Berlin auf. Vladimir Malakhov ist es zu verdanken, dass der international gefeierte Choreograf in der Hauptstadt Station macht, denn die beiden Künstler sind seit langem befreundet. Duato, 1957 in Valencia geboren, war Tänzer in Jirí Kyliáns Nederlands Dans Theater, wo er bald auch als hochbegabter Choreograf auf sich aufmerksam machte. Seine Choreografien zeichnen sich durch Eleganz, Emotionalität und eine wunderbare Musikalität aus.

Die Choreografie „Multiplicity. Forms of Silence and Emptiness“, die 1999 in Koproduktion mit der Stadt Weimar entstand, ist eine Hommage an Johann Sebastian Bach und das Zeitalter des Barock. Der erste Teil „Multiplicity“ ist eine choreografische Reflexion zur Musik von Bach, die hier in Form einer Collage präsentiert wird. In dem Variationsreichtum der Bewegungen zeigt sich Duatos choreografische Meisterschaft. Der zweite Teil, „Forms of Silence and Emptiness“, beruht dann überwiegend auf Bachs „Kunst der Fuge“ – hier dominieren Todesstimmung und die Suche nach Spiritualität.

Die Musik Bachs in ihrer präzisen Mathematik und kristallinen Schönheit entzündet hier regelrecht die Körper. Der Komponist tritt auch leibhaftig auf: Als einsamer Genius wandert er durch die Schar der Tänzer, deren Körper immer mal wieder zu seinem Instrument werden. Er spielt auf ihnen wie auf einem Cello oder einer Geige. Sandra Luzina

Staatsoper, Do-Sa 5.-7.7., 20 Uhr, 8-80 €

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