Kultur : Tanz im August: Klassiker und Grenzgänger

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Lucinda Childs wird in diesem Jahr das Festival „Tanz im August“ mit ihrer Produktion „Dance“ eröffnen. Die US-Choreografin hat das 1979 uraufgeführte Werk 2009 mit einem neu formierten Ensemble einstudiert. Dafür wurde sowohl die Musik des Komponisten Philip Glass neu eingespielt als auch der Schwarz-Weiß-Film des Konzeptkünstlers Sol LeWitt komplett wieder hergestellt. „Dance“ sei ein „hypnotisierender Klassiker“, sagte Pirkko Husemann, die Tanzdramaturgin des HAU.

Vom 12. bis 28. August präsentiert das Internationale Tanzfest 22 Produktionen aus 13 Ländern. Neben Stammgästen wie Lucinda Childs und Édouard Lock von La La La Human Steps sind auffallend viele Newcomer vertreten. Einen Schwerpunkt bildet Tanz aus Afrika mit Produktionen aus Tunesien, Senegal, Südafrika und der Elfenbeinküste, etwa von Andreya Ouamba und Gregory Magoma. Die afrikanischen Choreografen verhandeln vornehmlich Fragen der Identität und thematisieren auch die schwierigen Produktionsbedingungen in ihren Ländern.

Eine eigene Reihe stellt formale Grenzgänger vor, zwischen klassischem Ballett, Urban Dance und zeitgenössischem Tanz. Der japanische Choreograf Hiroaki Umeda, der für seine technoiden Soli berühmt ist, kreiert für den „Tanz im August“ ein neues Werk: in „3. isolation“ arbeitet er erstmals mit Balletttänzerinnen.

Die „1. Berliner Tanzfilmnacht“ im Filmtheater Friedrichshain am 26. August zeigt dann die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes, neben „Pina“ von Wim Wenders und Filmen über Choreografien von Sasha Waltz und William Forsythe ist auch „Human Sex“ von La La La Human Steps mit der legendären Louise Lecavalier zu sehen. Sandra Luzina

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