Kultur : Tanz mir den Vampir

Martenstein sieht dem Tod ins Auge und geht nach Hause

Frage: Gibt es eigentlich schon den Spielfilm mit Barack Obama? Antwort: Ja. In „Man of the Year“ hat Robin Williams 2006 den US-Präsidenten gespielt. Journalisten in den USA haben herausgefunden, dass er in diesem Film eine Rede hält, die zum Teil wörtlich mit einer Rede übereinstimmt, die Obama 2004 gehalten hat.

Wieder geht eine Berlinale zu Ende. Einerseits war es die Berlinale der Popstars. Auf der anderen Seite war es auch die Berlinale der Kinder. Ich habe diesmal eigentlich kaum einen Film gesehen, in dem nicht mindestens einem Kind Böses getan wurde. Die Kinder wurden verstoßen, gekidnappt und in den Krieg geschickt oder sie lagen einfach irgendwo tot herum. Am besten ging es noch den Kindern von Golzow, die waren am Ende des Films lediglich arbeitslos. Jahrelang sind, wenn ich mich recht erinnere, hauptsächlich Erwachsene schlecht behandelt worden in den Filmen, da dachten sich die Regisseure, jetzt kommen zur Abwechslung mal die Kinder dran. Nächstes Jahr sind es vielleicht Tiere, nächstes Jahr werden bei der Berlinale Kanarienvögel lebend im Wok gebraten und Cocker Spaniels aus Flugzeugen geworfen. Jetzt denken Sie vielleicht, wie kann der so locker darüber reden, das ist ja ein Zyniker und Satanist. Ich sage Ihnen, anders halten Sie das gar nicht aus. Bei einer Berlinale sehen Sie täglich mehrfach dem Tod ins Auge, normale Filme handeln doch nicht von Leuten, die morgens aufstehen, mittags Suppe essen und abends gut drauf sind. Der friedlichste Film des ganzen Festivals war der, in dem Mick Jagger „Sympathy for the Devil“ singt. Jede Berlinale ist wie ein kleines Stalingrad, links und rechts von dir fallen Kameraden. Bei Rosa von Praunheim werden ihnen eklige Flüssigkeiten in den Hoden gespritzt. Das gab es, glaube ich, nicht mal in Stalingrad.

Schon in wenigen Tagen aber, am 18. Februar, wird im Internet – kein Scherz – der Musikfilm „Barackula – The Musical“ Premiere feiern, in dem der junge Barack Obama, gespielt von Justin Sherman, an der Harvard-Universität Vampire jagt und ihnen, laut „Yes, we can“ singend, Holzpflöcke ins Herz rammt.

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