Tanz : Neuanfang für den Tanz im August

Bettina Masuch leitet Jubiläumsfestival 2013. Die 47-Jährige soll dem größten Festival für zeitgenössischen Tanz in Deutschland, das ans HAU angebunden sein wird, wieder mehr Profil verleihen.

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Das Berliner Festival Tanz im August erhält zum 25. Jubiläum im kommenden Jahr eine neue Struktur. Das Prinzip von fünf gemeinsam verantwortlichen Kuratoren wird abgelöst; das bisher von der Tanzwerkstatt Berlin und dem Hebbel am Ufer getragene Festival wird ab 2013 organisatorisch an das HAU gebunden und dort von einer unabhängigen künstlerischen Leitung verantwortet. Die Dramaturgin Bettina Masuch übernimmt diese Leitung im nächsten Jahr, für die Jahre ab 2014 soll eine Kommission ihre Nachfolger bestellen. Die Amtszeit soll dem HAU zufolge auf zwei bis vier Jahre beschränkt sein.

Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte dazu: „Mit dem Wechsel in der künstlerischen Leitung des HAU wurden Veränderungen für Berlins renommiertes Tanzfestival zwingend notwendig. Ich freue mich, dass wir eine zukunftsfähige Lösung gefunden und mit dem Bund und dem Hauptstadtkulturfonds die Finanzierung gesichert haben.“ Der Etat des Festivals bleibt auf gleichem Niveau: Die bisher aus dem Kulturhaushalt für die Tanzwerkstatt bereitgestellten Mittel von 225 000 Euro sowie die 400 000 Euro aus dem Hauptstadtkulturfonds werden künftig zusammen mit den bisherigen Eigenmitteln aus dem HAU für Tanz im August zur Verfügung stehen. Die neue HAU-Intendantin Annemie Vanackere sagte, die Anbindung an ihr Haus mache das Festival leistungsfähiger und erhöhe die Bedeutung Berlins innerhalb der internationalen Tanzszene.

Bettina Masuch, 1965 in Solingen geboren, war von 2003 bis 2009 Tanzkuratorin am HAU, danach leitete sie das Springdance Festival im niederländischen Utrecht. 2014 soll sie die Intendanz des internationalen Zentrums Tanzhaus NRW in Düsseldorf übernehmen.

Tanz im August ist das größte Festival für zeitgenössischen Tanz in Deutschland. Die diesjährige Ausgabe bilanzierte mit knapp 17 000 Besuchern eine Platzauslastung von 97 Prozent. Trotz des Publikumserfolgs ist das Festivalprogramm zuletzt immer wieder als beliebig, kleinformatig und ästhetisch dürftig kritisiert worden. Auch deshalb war eine Neuausrichtung unausweichlich. Tsp

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