Tanz : Surrealistisches Erwachen

Die Tutus und Strumpfhosen werden erst mal eingemottet. Das Staatsballett Berlin zeigt im Berghain "Shut up and dance! – Updated".

Sandra Luzina

Die Tutus und Strumpfhosen werden erst mal eingemottet. Denn nun heißt es: Staatsballett goes Berghain. In dem angesagten Club stellen sich die jungen Choreografen aus Malakhovs Compagnie vor. Für den Tanzabend „Shut up and dance! – Updated“ haben die regelmäßig im Berghain spielenden Produzenten nsi., Sleeparchive, Âme, Luciano und Luke Slater alias The 7th Plain jeweils ein Stück elektronischer Musik beigesteuert. Nadja Saidokova, Martin Buczkó, Kathlyn Pope, Ronald Savkovic und Xenia Wiest ließen sich von den Grooves zu rasanten Bewegungsexperimenten inspirieren. Freuen darf man sich also auf die ungewöhnliche Begegnung von Szene-Matadoren und Ballett-Koryphäen.

Die erste Solistin Nadja Saidakova choreografiert ihr Gruppenstück „Wake Up“ zur „Symphony of the Surrealists“, einem Ambient-Stück von The 7th Plain. „Was mich an dem Projekt reizt, ist die Weiterentwicklung der körperlichen Ausdrucksformen“, erklärt Saidakova. „Es bietet die Möglichkeit, andere Wege zu beschreiten und eine neue Art der körperlichen Beherrschung zu erkunden.“ Die Basis stellt nach wie vor der klassische Tanz dar, doch Saidakova setzt scharfe Akzente, fügt athletisch anmutende Bewegungen hinzu und spielt rasant mit den Dynamiken. Beim Entwickeln der Choreografie habe sie versucht, erst mal alle bekannten Stile zu vergessen, erläutert die Choreografin. Die Besetzung ist viel versprechend: Beatrice Knop, erste Solistin des Staatsballetts, tritt gegen fünf Männer an: Michael Banzhaf, Mario Hernandez, Arshak Ghalumyan, Dominic Hodal und Vladimir Marinov müssen sich da ordentlich ins Zeug legen. Sandra Luzina

Berghain, Mi 27.6., 22 Uhr (Premiere),

Do/Fr 28./29.6. u. Di-Do 3.-5.7., 15 €

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