Kultur : Tanzen: Woher kommt der Breakdance

Kai Müller

Breakdance ist eine merkwürdige Art, sich zu bewegen. Die Tänzer gehen wie auf Laufbändern, sie gleiten über glatte Flächen und werfen sich auf den Boden. Dazu hört man einen eckigen Rhythmus, der immer wieder aussetzt. Diesen Lücken in der Musik verdankt der Breakdance seine Entstehung.

In der South Bronx von New York, einem trostlosen, von Schwarzen bewohnten Slum, gab es Anfang der 70er Jahre nicht viel, was Jugendliche tun konnten. Sie lungerten auf der Straße herum. Meist hatte einer von ihnen einen riesigen Cassetten-Recorder dabei. Die Jungs hörten die neuesten Disco-Hits. Und wenn es eine Pause in der Musik gab, ließen sie sich einfach auf den Boden fallen. Da lagen sie nun. Einfach wieder aufstehen wäre zu billig gewesen. Denn in der Bronx lagen normalerweise nur die Jungs auf dem Boden, die einen Kampf verloren hatten. Also machten sie aus dem Hinfallen und Aufstehen eine Kunst. Wenn die Musik wieder einsetzte, schraubten sie sich in die Höhe, balancierten auf Händen, drehten sich auf dem Kopf. Sie trugen auch Wettkämpfe aus, weil das viel besser war, als sich zu prügeln. Durch die Tanzschlachten, in denen die Gangs gegeneinander antraten, wurden die Bewegungen immer komplizierter und spektakulärer. Bald war es kaum noch lächerlich, sich vor fremden Leuten auf der Straße in den Dreck zu werfen - wenn man nur geschickt genug wieder hochkam.

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