Ten Tenors : "Sind wie ein Football-Team"

The Ten Tenors machen seit Studentenzeiten zusammen Musik. Am Freitag erscheint ihr neues Album "Here's to the Heroes".

Berlin - Auf den ersten Blick wirken sie wie eine gecastete zehnköpfige Boy-Group, bei der die Herzen der weibliche Fans höher schlagen. Doch bei genauer Betrachtung haben die Sänger der Ten Tenors mehr zu bieten: Die Australier sind alle klassisch-musikalisch ausgebildete Musiker um die 30 Jahre. Zwar sei jeder Einzelne für sich ein Solist, aber zusammen sind "wir wie ein Football-Team", sagt Shannon Brown, einer der zehn Tenöre.

Die neue Platte ist eine Kollektion poppig-instrumentaler Film-Soundtracks wie aus "Das Leben ist schön" und "Jenseits von Afrika" sowie drei neu komponierte Titel. Diese stammen aus der Feder des James-Bond-Komponisten John Barry und seinem langjährigen Textautoren Don Black. Das Album wurde in London und Los Angeles von Simon Franglen produziert, der als Producer auch am Soundtrack des Films "Titanic" beteiligt und für Künstler wie Celine Dion und Toni Braxton aktiv war.

Mix aus Klassik und Pop

Trotz des poppigen neuen Albums ist es nicht einfach, den Musikstil der Tenöre einzuordnen. Das gesamte Repertoire der Musiker enthält opernhafte wie auch moderne Stücke. Für sie selbst sei ihre Musik ein Mix aus klassischen Tenorsounds und zeitgenössischen Zutaten, sagt Drew Graham, der seit 1998 Mitglied der Gruppe ist. "Der Versuch, uns einzuordnen, ist ein bisschen schwer. Ich denke, wir sind die Ten Tenors." Sein Kollege Dion Molinas betont: "Wir alle sind eine eigene Identität mit einem eigenen Stil."

The Ten Tenors traten schon als Musikstudenten zusammen auf. Professionell auf der Bühne steht das Vokalensemble seit 1998. Im gleichen Jahr veröffentlichten sie in Australien ihr erstes Album "Tenorissimo!". Den Durchbruch in Europa erlebten die Ten Tenors als Gast beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2002 in Kiel, wo sie ein Medley der Teilnehmersongs präsentierten. Ihre Alben "One Is Not Enough" (2002) und "Larger Than Life" (2004) schafften es zudem in die deutschen Charts.

Harter Kern erhalten geblieben

Zwar hat es aus familiären Gründen laut Graham bereits verschiedene Wechsel in der Gruppe gegeben. Der harte Kern besteht jedoch aus sieben festen Musikern. Und die sind inzwischen ein weltweit gefragtes Vokalensemble. Ein Grund für ihren Erfolge sei die gemeinsam verbrachte Studienzeit, sagt Graham. "Wir sind zehn australische Typen. Wir kennen uns sehr gut und wir sind nach wie vor Freunde."

Ab Oktober gehen die Ten Tenors auf Tour durch die USA und Kanada. Zwei Tage vor Weihnachten geht es zurück in die Heimat, um dort ab Januar zu touren. Am 23. und 24. Februar stehen sie dann auf deutschen Bühnen. Bei solch einem vollen Terminkalender bleibe nicht viel Zeit für Privates, lediglich zwei Monate im Jahr, sagt Molinas. "Es ist eine harte Arbeit, aber es macht Spaß", betont er. (Carla Willer, ddp)

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