Kultur : "The Hole": Wer einmal lügt

Daniela Sannwald

Furios der Anfang: Füße, nur in Strümpfen, hasten über Waldwege, stolpern, laufen weiterlaufen; atemloses Keuchen; eine junge Frau mit zerzaustem Haar, zerschrammter Haut und im viel zu großen Mantel taumelt in ein ehrwürdiges Schulgebäude. Reißt den Hörer eines öffentlichen Telefons herunter, wählt eine Nummer, stößt einen Schrei aus und sinkt ohnmächtig zu Boden.

"The Hole" setzt auf Ängste vor Dunkelheit, verschlossenen Türen und Kriechgetier - also auf Teenie-Horror -, sprengt aber durch seine komplexe Erzählstruktur die Grenzen des Genres. Vier Sechzehnjährige, Schüler einer Eliteschule, lassen sich von einem Freund in einen Bunker einschließen, um drei Tage lang die ultimative Party zu feiern. Nur Liz überlebt, taucht allerdings erst nach zwei Wochen wieder auf.

Ein Polizist und eine Psychologin rekonstruieren die Ereignisse der vergangenen Tage. Doch Liz und ihr Freund Martin, der den Schlüssel für den Bunker besaß, bieten unterschiedliche Versionen der Ereignisse, und man weiß lange nicht, wer lügt. Zu den inszenatorischen Höhepunkten gehört die Szene, in der die vier merken, dass sie den Bunker nicht verlassen können - eine sozialpsychologische Laborsituation par excellence. Wer kann am besten damit umgehen, die verwöhnte, oberflächliche Frankie oder ihre ernste Freundin Liz? Die Sportskanone Geoff oder vielleicht der Sunnyboy Mike? Die Lösung des Rätsels, mehr sei nicht verraten, ist ziemlich infam.

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