Kultur : Theater der Welt in Halle: Faust, Orestie, Fußball

Es soll ein Zusammenspiel aller Kontinente werden, mit 500 Künstlern aus 18 Ländern, an 18 Spielorten, 18 Tage lang: das Festival „Theater der Welt“ vom 19. Juni bis 6. Juli in Halle. Zur Eröffnung zeigt Litauens international gefeierter Regisseur Eimuntas Nekrosius seine Version des „Faust“, und 42 Mitglieder indischen Wüsten-Künstlervolks der Manganiyars beschwören ihr tänzerisch-musikalisches „Gebet der Liebe“. Kurator Torsten Maß, früher bei den Berliner Festspielen, wies bei der Vorstellung von zwölf der geplanten 24 Ur- und Erstaufführungen in der Berliner Landesvertretung von Sachsen-Anhalt darauf hin, dass das zuletzt 2005 in Stuttgart ausgerichtete „Metropolenfestival erstmals in einer ostdeutschen Provinzstadt“ veranstaltet werde.

Unter dem Hölderlin-Motto „Komm ins Offene“ werden Projekte u. a. von Yael Ronen (mit Israelis, Palästinensern und Deutschen, eine Koproduktion mit der Berliner Schaubühne) sowie dem Italo-Schweizer Massimo Furlan präsentiert, der im Stadion von Halle das WM-1:0 der DDR gegen die BRD von 1974 alleine nachspielt, während die Zuschauer über Kopfhörer zwischen den Original-Radioreportagen aus Ost und West wählen können. Von Kindestötungen durch Mütter erzählt eine Inszenierung von Joel Pommerat, der als Nachfolger von Peter Brook für die Leitung der Pariser Bouffes du Nord gehandelt wird, und Brüssels neuer Regiestar Jos Houben erforscht mit dem Hallenser Dichter Wilhelm Bartsch halbwahre Stadtabenteuer, etwa die Enthüllung eines Attentats auf Napoleon einst in der Saale-Stadt. Last not least inszeniert die New Yorker Big Art Group eine Version der „Orestie“, die zu einem Teil in und mit der ehemaligen örtlichen Stasi-Zentrale spielt. Der Vorverkauf beginnt am 11. März. Infos unter www.theaterderwelt.de. Tsp

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