Kultur : Theater des Westens: Aus für Ottenthal und TdW: Suche nach Käufer

KM

Das Theater des Westens (TdW) wird an einen pivaten Träger verkauft, der Intendantenvertrag mit Elmar Ottenthal aufgelöst. Das verkündeten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Kultursenatorin Adrienne Goehler nach der gestrigen Senatssitzung, die sich mit der Zukunft des in finanzielle Not geratenen Theaters beschäftigte. Mit dieser Entscheidung hat sich Wowereit gegen Goehler durchgesetzt, die um die Fortsetzung des Subventionsvertrages gerungen hatte. Da Ottenthal jedoch kein vernünftiges Sanierungskonzept vorgelegt habe, sei das Vertrauen in seine Handlungsfähigkeit seitens des Senats erschöpft.

In dem Bemühen, kein zweites Desaster wie beim Metropol-Theater zu erleben, stellt der Senat für das mit der Insolvenz bedrohte Haus 4,5 Millionen Mark zur Verfügung. Damit soll der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden, bis ein Käufer gefunden ist. Der soll sämtliche Verpflichtungen der jetzigen Betreibergesellschaft übernehmen, ohne auf staatliche Zuwendungen angewiesen zu sein. "Das Musical-Genre verträgt am ehesten eine Privatisierung", meinte Goehler und auf einen Verkauf bis zum Ende der nächsten Spielzeit. Mit Ausnahme des bereits gekündigten Orchesters, dessen Abfindung das Haus in die Finanzkrise stürzte, soll das Personal vom künftigen Eigentümer übernommen werden. Die frei werdenden 20 Millionen Mark bleiben dem Kulturressort erhalten und werden, wie Goehler ankündigte, Akzentverschiebungen innerhalb der Kulturpolitik finanzieren und keinesfalls zur Deckung von Sparauflagen verwendet.

Wowereit erhob schwere Anschuldigungen gegen Ottenthal. Dessen Umstrukturierungen seien zu keiner Zeit gedeckt gewesen. So habe Ottenthal fälschlicherweise versichert, Rückstellungen für Abfindungsforderungen gebildet zu haben. Außerdem ließ Wowereit durchblicken, dass das TdW mit der Abschaffung von Orchester und festem Ensemble den Subventionsanspruch verloren habe - auch wenn diese Maßnahmen vom damaligen Kultursenat abgesegnet worden seien. Unterdessen erklärte Ottenthal aus seinem Urlaubsort, er werde mit seinem Anwalt rechtliche Schritte prüfen, sobald er alle Einzelheiten des Senatsbeschlusses kenne.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben