Kultur : Theaterdebakel für Robert Altman und Kevin Spacey

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Nach schlechten Kritiken ist „Resurrection Blues“, das letzte Theaterstück des im Februar 2005 gestorbenen amerikanischen Dramatikers Arthur Miller, in London vorzeitig abgesetzt worden. In den Medien gab es sogar Rücktrittsforderungen gegen Hollywood-Star Kevin Spacey, den Leiter des Old Vic Theatre.

Die Kritiker waren mit Hauptdarsteller Maximilian Schell und Regisseur Robert Altman äußerst hart ins Gericht gegangen. Schell (75) sei in der Rolle eines von Impotenz gequälten Dritte-Welt-Diktators eine Fehlbesetzung, und Altman (81), der am Old Vic zum ersten Mal im Theater Regie führte, wäre nach Ansicht des „Guardian“ besser „durch einen arbeitslosen jungen Regisseur ersetzt worden“, um das Stück zu retten. Millers „Resurrection Blues“ ist eine Groteske um die kommerzielle Ausschlachtung der geplanten Kreuzigung eines jesusähnlichen Rebellen.

Wegen rückläufiger Besucherzahlen wird Spacey vorgeworfen, er wirtschafte das renommierte Old Vic herunter. Der Oscar-Preisträger („American Beauty“), der die 200 Jahre alte Bühne 2004 übernommen hatte, erklärte, er sei „entschlossener denn je“, seinen Zehnjahresvertrag in London zu erfüllen. Nicholas de Jongh, dem Kritiker des „Evening Standard“, antwortete Spacey, dessen Ratschläge zum Theater seien so hilfreich wie Bemerkungen von US-Verteidigungsminister Rumsfeld zum Irakkrieg. Als Shakespeares Richard II. gastiert Kevin Spacey Anfang Mai bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. In dieser Rolle wurde er in London gefeiert. dpa

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