Theatermacher in Wien und Berlin : Heribert Sasse gestorben

Er war Intendant, Regisseur und Schauspieler und bis 2001 Leiter mehrerer Berliner Bühnen. Jetzt ist Heribert Sasse im Alter von 71 Jahren gestorben.

Heribert Sasse 1996, damals war er Intendant des Berliner Schlosspark-Theaters.
Heribert Sasse 1996, damals war er Intendant des Berliner Schlosspark-Theaters.Foto: Nestor Bachmann/dpa

Der österreichische Regisseur, Theaterleiter und Schauspieler Heribert Sasse, der viele Jahre an Berliner Bühnen tätig war, ist tot. Er starb am Samstag überraschend im Alter von 71 Jahren, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Wiener Theater in der Josefstadt.

Sasse gehörte dem Ensemble seit 2006 an. Erst in der vergangenen Woche stand er in dem Theater bei der Premiere von „Die Verdammten“ als Joachim von Esselbeck auf der Bühne. Neben seiner umfangreichen Theaterarbeit sorgte Sasse seit 2007 in mehreren Wiener „Tatort“-Folgen mit Harald Krassnitzer als Kommissar Weiler für den berühmten „Wiener Schmäh“.

Sasse leitete unter anderem Renaissance- und Schlosspark-Theater

Im Kino war er unter anderem in dem Film „Falco - Verdammt, wir leben noch!“ aus dem Jahr 2008 zu sehen. Sasse, der 1945 in Linz geboren wurde, hatte nach einer Elektrotechnikerlehre zunächst ein Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar absolviert. 1968 debütierte er als Schauspieler am Wiener Volkstheater, danach trat er auf diversen österreichischen und deutschen Bühnen auf. 1969 führte er erstmals in München Regie.

In Berlin leitete er in den achtziger und neunziger Jahren mehrere Bühnen. Am Renaissance-Theater war Sasse in Personalunion als Intendant, Regisseur und Schauspieler tätig. Von 1985 bis 1990 war er Generalintendant der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, von 1995 bis Ende 2001 leitete er das Schlosspark-Theater. Seit der Direktion von Herbert Föttinger ab dem Jahr 2006 war Sasses künstlerische Heimat schließlich das Theater in der Wiener Josefstadt, wo er unter anderem die Brecht-Uraufführung „Die Judith von Shimoda“ inszenierte.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller würdigte Sasse als "einen großen Theatermann und vielseitigen Schauspieler, der die Bühnen Berlins über lange Jahre mit beeindruckenden Inszenierungen und eindrücklichem Spiel mitgeprägt hat". (Tsp, dpa)

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