Kultur : Titanic goes Trash

Nadine Lange

Es war alles ganz anders: Am Untergang der Titanic war nicht nur der Eisberg, sondern vor allem eine ägyptische Mumie schuld. Sie brach aus dem Laderaum aus und verwandelte alle Männer an Bord in Zombies. Die Frauen bekämpften die Monster, wobei ihnen der Eisberg schließlich ganz gelegen kam. Was James Cameron in seinem 250 Millionen-Dollar-Spektakel hinter Romantik und Special-Effects versteckt hat, zeigt der Hamburger Jungregisseur Rasmus Hirthe in seiner Version von "Titanic" für 12 000 Mark. Die Ostsee ersetzte den Atlantik und für die Außenaufnahmen diente ein 2,10-Meter langes Holzboot. Ergebnis: Ein Stummfilm, den man auf den ersten Blick auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg datieren könnte. Auch die Musik von Sandi Strmljan und Fischmob trägt zur Täuschung bei. Man könnte fast auf die Idee kommen, Cameron habe sich von Hirthes Kurzfilm inspirieren lassen und nicht umgekehrt. So gibt es auch auf der Hamburger "Titanic" einen ausgelassenen Tanz in der vierten Klasse und eine Liebesszene im Laderaum. Zu sehen ist "Titanic" in dem Programm "Drialog", das noch zwei weitere Kurzfilme von Studierenden der Hamburger Hochschule für Bildende Künste umfasst: Der ebenfalls schwarz-weiße "Manage" von Tobias Sandberger und Thitz breitet einen reichhaltigen Zitatenschatz aus, von Frankenstein bis Monty Python. Erzählt wird die Geschichte von Clownman, der immer Probleme mit Linkman und der Pünktlichkeit hat. Dagegen soll ihm Scissorman helfen. . . Schlechte Perücken, schlechtes Englisch und eine trashige 60s-Optik - das sind die Merkmale von "Shake and Bake". Josephin Böttger und Johannes Matern zeigen, wie man Fotos von entfernten Planeten in der heimischen Küche herstellt.Eiszeit, täglich 22.30 Uhr

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